24.01.2003
Twitter GooglePlus Facebook

Management

Wer flüstert, lügt

2. Teil: Mobbing-Opfer müssen sich wehren

"Es gibt eine große Menge Buschfunk, bestätigt auch Berthold Vogel vom Soziologischen Forschungsinstitut an der Universität Göttingen. Die Göttinger Forscher untersuchten Leiharbeit und befristete Jobs - und fanden jede Menge Unbehagen, weil die meisten Betroffenen die Aussicht auf eine feste Übernahme hatten, aber kaum Zusagen. "Wichtig werden dann symbolische Gesten wie ein eigener Spind oder Arbeitskleidung mit dem Logo der Firma", sagt Vogel.

  Diskret:  Friedrich Merz und Angela Merkel
Zur Großansicht
DDP

Diskret: Friedrich Merz und Angela Merkel

Konkret angekündigte Stellenstreichungen bringen nach Messungen von Psychologen unmittelbar eine Menge Stress. "In Unsicherheitsphasen sind Stresshormone deutlich erhöht", sagt Mohr, "sie gehen sogar erst einmal herunter, wenn eine Kündigung auf dem Tisch liegt." Gerade die "Handlungsohnmacht" - soll man weitermachen, wie bisher oder sich vielleicht doch schon einmal auf dem Jobmarkt umsehen? - sei kritisch.

Bringen härtere Zeiten dabei mehr Solidarität oder Konkurrenz und verdeckte Spiele hervor? Je besser das Grundklima, je weniger hierarchisch und je kleiner ein Betrieb sei, desto loyaler gingen die Kollegen meist auch in schwierigen Zeiten miteinander um, meint Kleinberger Günther. Doch in der Regel führen "Verknappungsprozesse", sagt Psychologin Mohr, zu mehr Konflikten und weniger Motivation.

"Von anderen an die Seite gedrückt"

Ein Ausschluss von nicht-offiziellen Unterhaltungen kann dabei durchaus Methode haben, wie Thomas Ketnath, Mobbing-Berater bei der Münchner Kolping-Akademie, sagt. "Leute, die nicht mehr mitkommen, werden von anderen an die Seite gedrückt", sagt er, "man unterhält sich nur noch in beschränktem Rahmen mit ihnen." Doch ebenso Erfolg könne Menschen zur Zielscheibe von neidischen Kollegen machen. Der Beratungsbedarf bei Mobbing sei in jüngster Zeit jedenfalls gestiegen.

Wem Flurfunker nicht nur in spielerischem Austausch von Informationen, sondern mit bösen Absichten über den Weg laufen, rät Ketnath zur Offensive: "Mobbing-Opfer sollten sich in der Regel an den Vorgesetzten wenden."

Und Psychologin Mohr empfiehlt Chefs ein einfaches Rezept gegen nachlassende Leistung und Motivation ihrer Mitarbeiter in harten Zeiten: größtmögliche Offenheit.

Basil Wegener, dpa

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

© manager magazin online 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken