Wer angenommen wird, muss meist ordentlich zahlen: Umgerechnet über 100.000 Mark kostet etwa die Teilnahme an einem MBA-Kurs der London Business School (LBS).
Für das Geld wird einiges geboten. Die LBS residiert in einem schlossähnlichen Gebäude gegenüber dem Regent's Park, einer der vornehmsten Regionen der Hauptstadt. 85 hauptamtliche Professoren unterrichten dort etwa 360 Vollzeitstudenten. An deutschen Hochschulen kommen auf jeden Professor durchschnittlich fast 12-mal so viele Studenten.
Nicht ganz so nobel ist die London School of Economics (LSE). Ihre Gebäude im Finanzviertel Holborn sind außen grau vom Dieselruß der Doppeldeckerbusse und Lkw, innen stark abgenutzt durch über 6000 eingeschriebene Studenten.
"Ein Studium in London ist zugleich die hohe Schule fürs Leben in modernen Großstädten", sagt John Quelch, Rektor der LBS. "Einblicke in die Dynamik der Wirtschafts- und Finanzwelt bieten sich hier von allein."
Einen Seitenhieb auf seinen schärfsten Konkurrenten Insead kann sich Quelch nicht verkneifen: "Wer will als künftige Führungskraft schon im französischen Hinterwald studieren?"
Der parkähnliche Campus von Fontainebleau, 70 Kilometer von Paris entfernt, grenzt tatsächlich an einen Forst von über 100 Quadratkilometern. Dafür herrscht am Insead ein besonders bunter Multikulti-Mix: Die rund 650 Studenten kommen aus über 50 Nationen.
Noch abgeschiedener liegt die Hochschule in St. Gallen. Dort drängt die milde Voralpenlandschaft bis in den Campus: Vor den Fenstern der Studier- und Sprechzimmer mancher Professoren, die in historischen Bürgerhäusern untergebracht sind, bimmeln die Glocken weidender Kühe.
Wem das zu abgeschieden ist, der fühlt sich in Mannheim besser aufgehoben. Die hoch gepriesene BWL-Fakultät ist Teil einer ganz normalen Uni, deren breites Angebot viele Nebenfächer wie Medien- und Kommunikationswissenschaft, Öffentliches Recht oder Philosophie bietet.
Im Unterschied zu den Elitehochschulen in Frankreich, England und der Schweiz verlangt Mannheim auch keine Studiengebühren.
Anders läuft es am Institute for Management Development: Je Kurs erhalten nur 80 Studenten Zutritt zu dem feinen Institut. Die wenigen Auserlesenen führen schon während des Studiums ein Leben wie sonst nur hoch bezahlte Topmanager: Sie wohnen in einem First-Class-Hotel oberhalb des Genfer Sees, der Campus hat einen eigenen Fitnessklub.
Bei allem Luxus und bei allen Freizeitprogrammen - die harte Arbeit bleibt das wichtigste Element aller Topunis. "Das erste, was ich hier lernen musste, ist, mit sehr viel weniger Schlaf auszukommen", sagt Katharina Kort (29), MBA-Studentin am Insead: "Man will so viel lernen, so viel analysieren, lesen und diskutieren, dass anfangs die 24 Stunden eines Tages kaum ausreichen."
Mary Boss (48), Direktorin für Marketing und Karrieremanagement im Insead-Rektorat, lächelt über solche Stoßseufzer. "Das erste, was wir hier lehren, ist Zeitmanagement", sagt die Amerikanerin.
Michael O. R. Kröher
Sie selektieren hart, verlangen meist astronomisch hohe Gebühren und den vollen Einsatz über viele Monate. Doch die Mühe lohnt. Wer an einer der Topunis studiert, braucht sich um die berufliche Karriere kaum mehr Sorgen zu machen.
© manager magazin online 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH