Freitag, 2. Dezember 2016

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Karriere-Netzwerk mit Umsatzsprung Xing spendiert Sonderdividende und wildert in LinkedIn-Terrain

Karriere-Netzwerk: Xing verzeichnete 2015 den höchsten Mitgliederzuwachs seiner Geschichte

Beim Karriere-Netzwerk Xing geht es weiter kräftig aufwärts: Nach dem höchsten Mitgliederzuwachs seiner Geschichte zieht das Unternehmen die Spendierhosen an und will den Großteil seines Gewinns an die Aktionäre ausschütten. Für 2015 sollen die Anleger eine von 92 Cent auf 1,03 Euro je Anteilsschein erhöhte Dividende und zudem eine Sonderausschüttung von 1,50 Euro erhalten, wie Xing am Montag in Hamburg mitteilte. Vor dem Hintergrund des guten Laufs streckt die Xing-Tochter Kununu ihre Fühler nun in die USA aus - die Heimat des weltgrößten Karriere-Netzwerks LinkedIn.

An der Börse wurden die Neuigkeiten mit Begeisterung aufgenommen: Zum Handelsstart am Morgen legte die Xing Börsen-Chart zeigen-Aktie um bis zu 11 Prozent zu und lag zuletzt noch mit gut 2 Prozent im Plus bei 165,80 Euro. "Die Sonderdividende klingt gut und das schiebt die Aktien erst einmal an", sagte ein Aktienhändler. Allerdings will er Aussagen zur künftigen Geschäftsentwicklung abwarten, die die weitere Kursentwicklung bestimmen könnten.

Xing-Chef Thomas Vollmoeller zeigte sich am Montag jedenfalls zuversichtlich, den Umsatz im laufenden Jahr wie geplant auf rund 144 Millionen Euro zu steigern. Das wäre doppelt so viel wie im Jahr 2012. Im abgelaufenen Jahr sorgten vor allem die zahlenden Mitglieder dafür, dass die Erlöse der Gesellschaft nach vorläufigen Zahlen um 21 Prozent auf 123 Millionen Euro anzogen.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um ein Viertel auf 36,6 Millionen Euro nach oben. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 17,6 Millionen Euro, fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Da hatte allerdings eine hohe Wertberichtigung das Ergebnis belastet.

Mit der vorgesehenen Ausschüttung von insgesamt 14,2 Millionen Euro soll fast der komplette Gewinn an die Aktionäre gehen. Davon profitiert insbesondere der Medienkonzern Hubert Burda, dem rund die Hälfte von Xing gehört.

Insgesamt wuchs die Zahl der Xing-Mitglieder im deutschsprachigen Markt dank 1,6 Millionen Neuanmeldungen auf 9,6 Millionen. Mittlerweile bezahlen 880 000 davon für die Angebote. Mit den Nutzerzahlen ist Xing aber immer noch um ein Vielfaches kleiner als sein Rivale LinkedIn aus den USA, der zuletzt weltweit auf mehr als 400 Millionen Mitglieder kam.

Jetzt loten die Hamburger die Chancen für einen Einstieg auf dem US-Markt aus. Dazu hat die österreichische Xing-Tochter Kununu ein Bündnis mit der Jobplattform Monster vereinbart. Bei Kununu können Mitarbeiter ihre Arbeitgeber bewerten. Zusammen mit Monster geht es dem Unternehmen nun um ein entsprechendes Angebot in den USA. Die Kartellbehörden müssen dem Bündnis allerdings noch zustimmen.

Den kompletten Geschäftsbericht will Xing am 24. März veröffentlichen.


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ts/dpa-afx

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