Sonntag, 29. Mai 2016

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Digitalisierung Die App-Arbeiter - wie Topmanager Apps und Netzwerke nutzen

Digitalisierung: Welche Apps Manager am häufigsten nutzen
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manager magazin

So digital ist die deutsche Wirtschaftselite: Eine Umfrage der Personalvermittlung Heads! zeigt, wie die Topleute im Cyberspace agieren - privat und im Job. Exklusiv für manager magazin sprachen die Headhunter mit gut 100 Vorständen aus Dax-Liga und großem Mittelstand.

Eine Festveranstaltung im erlesenen Kreis. An den mit üppigen Blumenbuketts dekorierten Tischen lauschen Vorstände, Unternehmer, Spitzenanwälte länglichen Reden und den ätherischen Klängen einer Harfe. Die Häupter halten die vielen Herren und vereinzelten Damen gesenkt. Allerdings nicht aus andächtiger Ergriffenheit.

Die Vertreter der deutschen Wirtschaftselite starren gebannt auf ihre Smartphones. Im Ein-Finger-System tippen sie Nachrichten oder scrollen durch Whatsapp-Nachrichten. Einer zeigt stolz Fotos von seinem Gipfelsturm im Karwendel. Sein Nachbar kontert mit Bildern von der Motorradtour in den französischen Seealpen.

Als die letzten Töne der musikalischen Einlage verklingen sagt der Wanderer schuldbewusst: "Mensch, wir sind schon wie unsere Kinder."

Das Daddeln muss den beiden Handyfans nicht peinlich sein. Zeigt es doch nur: Auch die Topmanager - meist Vertreter der Abteilung 40 plus - sind im digitalen Zeitalter angekommen.

Nach einer exklusiven Umfrage der Personalberatung Heads! für manager magazin lebt die überwältigende Mehrheit der Spitzenkräfte mit ihren mobilen Minicomputern permanent online. Dax-Vorstände partizipieren an Sozialen Netzwerken und Geschäftsführer großer Mittelständler klicken sich elegant per App in den Cyberspace.

Von unrealistischem Selbstbewusstsein bis zu betroffener Scham

"Egal ob privat per Facebook mit den Kindern oder mit Effizienz-Apps im Berufsalltag - die Wirtschaftsführer nutzen die digitalen Werkzeuge persönlich ganz selbstverständlich", konstatiert Heads!-Partnerin Floriane Ramsauer.

Sehr viel weniger einheitlich allerdings antworteten die Spitzenmanager in den Interviews auf die offenen Fragen nach der Digitalisierung in ihren Unternehmen. Da oszillierten die Aussagen von unrealistischem Selbstbewusstsein ("Wir sind Top Level") bis zu betroffener Scham ("Da sind wir ganz schlecht.").

Die meisten verwechseln Digitalisierung mit der Automatisierung der internen Prozesse oder der Online-Kommunikation mit der Kundschaft. Dass Internet-Technologien neue Produkte und Dienste erfordern, ja das gesamte Geschäftsmodell umwälzen, das erwähnen nur einige wenige der gut 100 Topkräfte der deutschen Wirtschaft.

Die revolutionären Veränderungen durch die ständigen Innovationen der amerikanischen Web-Giganten Google Börsen-Chart zeigen , Facebook Börsen-Chart zeigen , Twitter Börsen-Chart zeigen oder Amazon Börsen-Chart zeigen hält die Führungselite hierzulande jedenfalls nicht für ein allzu vorrangiges Problem. Unter den größten Einflussfaktoren für ihr Geschäft nennen sie die Digitalisierung in den meisten Fällen auf mittleren Rängen - irgendwo zwischen Priorität 3 und 10. Nur 4 Befragte erklärten sie zum Topthema.

Nur jeder Dritte will einen "Chief Digital Officer" engagieren

Einen Chief Digital Officer, der sich um die Neuerungen der Web-Ära im Geschäft kümmert, will deshalb nur ein gutes Drittel der Vorstände engagieren. Zwei Drittel denken, ihr derzeitiger IT-Leiter sei bereits die geeignete Besetzung für diese Aufgabe.

Auch ihr wichtigstes Argument für die Zurückhaltung bei der Digitalisierung fällt in dessen Geschäftsbereich: Der Datenschutz. "Die meisten Befragten nannten Sicherheitsprobleme als wichtigsten Negativfaktor", fasst Ramsauer die Bedenken der Topmanager zusammen.

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