Sonntag, 25. Februar 2018

Überwachung durch NSA US-Regierung drohte Yahoo mit Geldstrafe

Ausgespäht: Den Unterlagen des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zufolge musste Yahoo seit 2008 mit der NSA kooperieren

US-Behörden drohten Yahoo mit hohen Geldstrafen, sollte der Konzern nicht die von den Geheimdiensten geforderten Daten seiner Nutzer weitergeben. Den Konzern hätte das empfindlich getroffen. Das zeigen jetzt veröffentlichte Dokumente.

Washington - Bislang unter Verschluss gehaltene Gerichtsdokumente zeigen jetzt erstmals, wie sehr die US-Regierung die Kooperation der IT-Konzerne mit dem US-Geheimdienst NSA erzwungen hat. Demnach wurde Yahoo in den Jahren 2007 und 2008 damit gedroht, es müsse 250.000 Dollar (rund 190.000 Euro) pro Tag zahlen, wenn es nicht die gewünschten Daten für das Spähprogramm "Prism" herausgebe.

Der Gewinn des Konzerns wäre in den jeweiligen Jahren damit deutlich niedriger ausgefallen, als in der Bilanz verbucht. Im Jahr 2007 hätte die Strafe den Gewinn um 13 Prozent gedrückt, im Jahr 2008 um fast 21 Prozent.

Die nun veröffentlichten 1500 Dokumentseiten zeigten, wie "wir (...) kämpfen mussten, um uns gegen die Überwachungsmaßnahmen der US-Regierung zu stemmen", schrieb Yahoo-Rechtsberater Ron Bell in einem Blog-Kommentar. Aus den teilweise noch zensierten Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Yahoo Börsen-Chart zeigen der Regierung vorwarf, nicht verfassungskonform zu handeln. Das Spähprogramm "Prism" verstoße gegen den Schutz der Privatsphäre, argumentierte der Internetriese.

Letztlich musste Yahoo aber aufgrund von gerichtlichen Entscheidungen klein beigeben und Daten zur Internetkommunikation von Ausländern übermitteln.

Die Öffentlichkeit erfuhr im Juni 2013 durch den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden von dem "Prism"-Programm, über das der US-Geheimdienst NSA und die Bundespolizei FBI auf Serverdaten großer Internetkonzerne wie Yahoo, Google Börsen-Chart zeigen, Microsoft Börsen-Chart zeigen, Facebook Börsen-Chart zeigen und Apple Börsen-Chart zeigen zugriffen. Es zielt auf die Nutzerdaten großer Internetkonzerne und sozialer Netzwerke ab und soll wie eine automatische Schnittstelle funktionieren, über die der Geheimdienst auf US-Servern gespeicherte Kommunikationsinhalte anfordern kann. Laut den US-Behörden wurde das Spähprogramm 2011 eingestellt.

run/afp

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