Sonntag, 20. Mai 2018

Nach Tod von Internet-Millionär Wagner Unister meldet Insolvenz an

Reiseportal fluege.de: Die Muttergesellschaft Unister hat Insolvenz angemeldet. Die Reise- und Suchportale wie fluege.de oder ab-in-den-Urlaub.de werden jedoch von eigenständigen Unternehmen betrieben und sind nicht von der Insolvenz betroffen

Nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Internet-Millionär Thomas Wagner hat sein Unternehmen Unister am Montag Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Anwalt Lucas Flöther bestellt, wie Unister

am Mittwoch mitteilte. "Der tragische Unfalltod des Gesellschafters bedeutet nicht nur persönlich, sondern natürlich auch gesellschaftsrechtlich und wirtschaftlich einen Einschnitt für das Unternehmen", wird Flöther in der Mitteilung zitiert. Er sei auf Vorschlag der Gesellschafter vom Amtsgericht Leipzig als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden.

Unisters Insolvenzverwalter Flöther.
Flöther & Wissing
Unisters Insolvenzverwalter Flöther.

Zu Unister gehören mehr als 40 Internetportale, unter anderem fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de. "Die Portale werden von eigenständigen Unternehmen betrieben, die nicht von der Insolvenz betroffen sind", hieß es in der Mitteilung. Der Konzern beschäftigt diesen Angaben zufolge aktuell rund 1100 Mitarbeiter.

"Das vorläufige Insolvenzverfahren ermöglicht es der Unister Holding, in dieser schwierigen Phase voll handlungsfähig zu bleiben und langfristig ihre Einheit als Unternehmen zu sichern", so Flöther. Der operative Betrieb in allen Firmen laufe weiter.

Absturz in Slowenien

Unister-Gründer Thomas Wagner war am Donnerstag mit einem Kleinflugzeug in Slowenien abgestürzt. Er hatte Unister 2002 in Leipzig gegründet, als er noch Student war. Unister erklärte nach dem Unglück, das Unternehmen werde die Nachfolge Wagners "sehr zeitnah" regeln und kommunizieren.

Zuletzt hatte es immer wieder Hinweise auf finanzielle Probleme bei Unister gegeben - wobei das Unternehmen seine Bilanzen so weit wie möglich unter Verschluss hielt. So stammt der letzte veröffentlichte Jahresabschluss der Unister Holding von 2011. Dem "manager magazin" liegt darüber hinaus die Bilanz von 2013 vor. Darin war von einem Jahresfehlbetrag von gut 27 Millionen Euro und einer "bilanziellen Überschuldung" die Rede. Dass sich die Situation seitdem signifikant verbessert hat, gilt als unwahrscheinlich. Zuletzt war Unister erkennbar bemüht, durch den Verkauf von Assets - etwa die Tochter "geld.de" oder diverse Grundstücke - Geld in die Kasse zu bekommen.

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rei/afp

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