Mittwoch, 31. August 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Übernahme Facebook zahlt für Whatsapp drauf

Mehr als 600 Millionen Menschen nutzen monatlich Whatsapp. Facekooks App rufen monatlich mehr als eine Milliarde Nutzer auf

Die Übernahme von Whatsapp wird für Facebook teurer als avisiert. Das weltweit größte Onlinenetzwerk zahlt nun fast 22 Milliarden Dollar. Es ist ein Investment, über das Gründer Mark Zuckerberg sogleich den nächsten Deal einfädelte.

Hamburg - Im Februar kündigte Facebook Börsen-Chart zeigen die Übernahme des beliebten Messenger-Dienstes Whatsapp an. Der damals veranschlagte Kaufpreis in Höhe von 19 Milliarden Dollar war damals bereits eine der größten Übernahmen eines Internetunternehmens. Teurer war zuvor nur die Fusion zwischen dem Medienkonzern Time Warner Music Börsen-Chart zeigen und AOL, damals Anbieter von Internetzugängen. Sie kostete 124 Milliarden Dollar.

Nun wird Facebooks Akquisition von Whatsapp doch noch ein bisschen teurer. Statt bisher 19 Milliarden Dollar, werden nun knapp 22 Milliarden Dollar fällig. Nach der Genehmigung durch die EU-Kommission hatte Facebook den Kauf am Montag abgeschlossen.

Ursprünglich wollte Facebook den Deal über Aktien im Wert von 12 Milliarden Dollar, 4 Milliarden Dollar in bar und Aktien mit Sperrfrist in Höhe von 3 Mrd. Dollar finanzieren. Letztere wurden unter anderem an WhatsApp-Gründer Jan Koum ausgegeben. Er erhielt Anteile im Wert von mittlerweile 2 Milliarden Dollar, die er mindestens vier Jahre halten muss. Sie sollen für ihn Anreiz sein, möglichst lange im Unternehmen zu bleiben.

Der Kauf wird nun teurer, weil der Aktienkurs von Facebook in den vergangenen Monaten von zunächst veranschlagten 65,27 Dollar auf 77,17 Dollar gestiegen ist. Daher sind die 223,7 Millionen Facebook-Aktien, die an Besitzer und Mitarbeiter von Whatsapp gehen, mehr wert. In bar fließen an die früheren Whatsapp-Eigentümer 4,59 Milliarden Dollar. Das geht aus Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervor.

Facebook hatte den Messenger-Dienst allen voran wegen des schnellen Nutzerwachstums übernommen. Whatsapp hatte bei Ankündigung der Übernahme im Februar noch 450 Millionen Nutzer. Inzwischen zählt das Unternehmen mit gerade einmal 70 Mitarbeitern monatlich mehr als 600 Millionen Nutzer seiner Messenger App.

Kontaktaufnahme zu Oculus-Gründer via Whatsapp

Durch die Übernahme dürfte es Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auch leichter gefallen sein, den nächsten Kauf einzufädeln. Nur einen Monat nach Whatsapp kaufte Zuckerberg Oculus, einen Hersteller einer Brille namens Rift, über die Nutzer virtuelle Welten erleben können. Für dieses Geschäft war der mittlerweile 30-Jährige bereit, 2 Milliarden Dollar zu bezahlen.

Nach Angaben von Oculus-Gründer Brendan Iribe musste Zuckerberg mehrere Whatsapp-Nachrichten schreiben, um Iribe für sich zu gewinnen. Dieser hatte auf seinem Smartphone nämlich nicht den von Zuckerberg bevorzugten Facebook Messenger installiert, sondern Whatsapp.

Für gewöhnlich sucht Zuckerberg im Silicon Valley persönlich das Gespräch. Die Details für die Übernahmen des Fotodienstes Instagram und Whatsapp handelte er mit den jeweiligen Gründern der Unternehmen in seinem Wohnzimmer aus.

Oculus sitzt allerdings in Irvine, südlich von Los Angeles. Für den umtriebigen Zuckerberg musste es schnell gehen und so wurde das Geschäft nicht via Handschlag, sondern eher über Whatsapp besiegelt."Wir haben den Deal im Grunde über Whatsapp gemacht", sagte Iribe der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH