Montag, 11. Dezember 2017

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Neue Vorwürfe gegen das Startup Uber soll Konkurrenten mit Ex-CIA-Agenten ausspioniert haben

Die erneuten Vorwürfe fallen in die Amtszeit von Uber-Gründer Travis Kalanick

Neue Vorwürfe gegen Uber: In einer Anhörung zum Prozess um Technologie für Roboter-Fahrzeuge sagte ein früherer Mitarbeiter aus, dass der Fahrdienstvermittler Wettbewerber im Ausland mit geheimdienstlichen Methoden ausspioniert haben soll.

Eine geheime Abteilung des Startups soll Konkurrenzunternehmen ausgespäht und Mitarbeiter abgeworben haben, um an Firmengeheimnisse zu kommen. Die Gruppe habe auch frühere CIA-Agenten angeworben, um Zugriff auf fremde Computer zu bekommen. Diese Vorwürfe erhebt der ehemalige Uber-Sicherheitsbeauftragte Richard Jacobs.

Uber ist in diesem Jahr von einer Serie von Skandalen erschüttert worden. Vergangene Woche räumte der Konzern ein, Hackern zur Vertuschung eines Angriffs Schweigegeld gezahlt zu haben. Dabei wurden fast 60 Millionen Nutzerdaten kopiert.

Mitgründer Travis Kalanick musste im Sommer seinen Chefposten räumen. Dabei ging es unter anderem um Vorwürfe sexueller Belästigung gegen hochrangige Uber-Manager, die in dem Unternehmen nicht geahndet worden seien.

Geheimdienstliche Methoden

Der vor rund sieben Monaten von Uber entlassene Jacobs hatte in einem Brief, den sein Anwalt an einen Uber-Anwalt geschrieben hatte, weitere Anschuldigungen gemacht. Darin hieß es unter anderem, dass Uber-Mitarbeiter darauf trainiert worden seien, laufende Ermittlungen zu behindern. Jacobs distanzierte sich Medienberichten zufolge in der Anhörung von einigen dieser Vorwürfe. Zugleich schränkte er ein, dass das Ausspionieren der Wettbewerber außerhalb der USA stattgefunden habe.

Die elektronische Kommunikation in dieser Gruppe sei nicht über die Server von Uber gelaufen, sagte Jacobs weiter. Für den Diebstahl von Firmengeheimnissen soll das Spionageteam Computer und Geräte genutzt haben, die keine elektronischen Spuren hinterlassen. Es habe auch eine Weisung an Uber-Mitarbeiter gegeben, Apps wie Wickr zu nutzen, bei denen sich die Nachrichten selbst löschen.

Damit habe Uber verhindern wollen, dass es belastende Unterlagen gebe, die bei Klagen gegen das Unternehmen verwendet werden könnten. Dass es bei Uber eine Art internen Geheimdienst gegeben hatte, war bereits bekannt. Das Ausmaß der Aktion ist aber neu.

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