Samstag, 26. Mai 2018

Maßnahmen für den Börsengang So macht Uber sich für einen Softbank-Einstieg bereit

Der Einfluss von Uber-Gründer Travis Kalanick im Verwaltungsrat wird zurückgedrängt

Uber-Gründer Travis Kalanick verliert an Einfluss: Mit dem Einstieg des Technik-Konzerns Softbank soll der Verwaltungsrat des Fahrdienstleisters erweitert werden. Gleichzeitig werden Stimmrechte reduziert.

Der Fahrdienstvermittler Uber kommt seinem Börsengang ein großes Stückchen näher. Offenbar haben sich die beiden zerstrittenen Parteien im Verwaltungsrat des Unternehmens auf einen Kompromiss geeinigt, um den Einstieg des japanischen Technologiekonzerns Softbank zu ermöglichen. Zugleich wird der Einfluss von Uber-Gründer Travis Kalanick und anderen frühen Investoren beschnitten.

Der Verwaltungsrat des Unternehmens beschloss Medienberichten zufolge, Aktien mit mehr Stimmrechten abzuschaffen. Diese hatten bisher Kalanicks Einfluss auf Uber abgesichert. Künftig soll es bei allen Anteilsscheinen nur je eine Stimme geben, meldeten unter anderem die "New York Times" und das "Wall Street Journal".

Softbank will demnach bis zu 1,25 Milliarden Dollar in Uber investieren - und anderen Investoren weitere Anteile abkaufen. Insgesamt strebe man eine Beteiligung von 14 bis 17 Prozent an, hieß es. Dabei solle bei der direkten Investition die Gesamtbewertung von knapp 70 Milliarden Dollar gehalten werden, den bisherigen Eignern wolle Softbank die Aktien mit einem Abschlag abkaufen.

Verwaltungsrat soll ausgebaut werden

Für den nach wie vor verlustreichen Fahrdienstvermittler ist sowohl die Milliarden-Geldspritze als auch die Bestätigung der bisherigen Bewertung nach den jüngsten Turbulenzen wichtig.

Softbanks Einstieg würde die Schlüsselposition des Konzerns im zukunftsträchtigen Mobilitätsgeschäft stärken: Die Japaner sind bereits beim chinesischen Anbieter Didi, bei Ola in Indien, Grab in Singapur sowie 99 in Brasilien beteiligt. Gründer und Chef Masayoshi Son hat einen Fonds von 100 Milliarden Dollar für Investitionen in Zukunftstechnologien zusammengetragen.

Masayoshi Son - Der Herr der Roboter

Falls der Softbank-Deal gelingt, soll der Verwaltungsrat von 11 auf 17 Sitze ausgebaut werden. Den Japanern kämen dann zwei Plätze zu, die restlichen vier sollen von unabhängigen Mitgliedern besetzt werden. Kalanick hatte den Verwaltungsrat erst am Wochenende von neun auf elf Sitze erweitert. Er hatte sich 2016 das Recht darauf gesichert.

Kalanick galt seit der Gründung von Uber als treibende Kraft hinter der aggressiven internationalen Expansion. Dabei kam das umstrittene Start-up auf breiter Front mit Behörden und der Taxibranche in Konflikt.

Börsengang 2019 angepeilt

Der Unternehmensgründer wollte ursprünglich nicht vom Chefposten zurücktreten, sondern nur eine Auszeit nehmen. Erst unter massivem Druck einiger früher Investoren wie des Risikokapitalgebers Benchmark zog Kalanick sich zurück, blieb aber im Aufsichtsrat.

Eine Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung hatte zuvor massive Defizite bei Uber aufgedeckt. Kalanick wurde dafür verantwortlich gemacht. Seine Aktien mit zehn Mal mehr Stimmrechten als bei gewöhnlichen Anteilsscheinen sicherten ihm aber auch nach dem Verlassen des Chefsessels eine Schlüsselrolle.

Der "New York Times" zufolge beschloss der Uber-Verwaltungsrat auch einen Börsengang im Jahr 2019. Sollte es nicht dazu kommen, würden Haltefristen für einige frühe Investoren fallen, hieß es. Außerdem wurde der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge beschlossen, dass bis zum Börsengang jeder neue Chef von Uber die Zustimmung von mindestens zwei Dritteln des Verwaltungsrats haben muss.

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