Montag, 5. Dezember 2016

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4 Wettbewerber starten Angriff auf US-Fahrdienst Mega-Allianz gegen Uber reicht von Singapur bis San Francisco

Auto-Ruf per GrabTaxi: Vier große Uber-Konkurrenten, darunter Grabtaxi, bündeln ihre Kräfte gegen Uber

Der mit mehr als 62 Milliarden Dollar bewertete Fahrdienstvermittler Uber bekommt bei seiner Welteroberung neuen Gegenwind. Und diesmal nicht von der Taxibranche oder einem anderen Start-up , das mit demselben Modell Geld verdienen will. Sondern von den weltweit vier größten Konkurrenten - und zwar zusammen.

Um den Siegeszug des übermächtigen US-Startups aufzuhalten, haben sich die indische Nummer eins Ola, der chinesische Anbieter Didi Kuaidi, Lyft aus San Francisco und GrabTaxi aus Singapur zu einer Allianz zusammengeschlossen.

Dank ihrer sollen Nutzer der jeweiligen App auch im Ausland über die ihnen vertraute Anwendung auf ihrem Smartphone Wagen der Allianzpartner buchen und diesen dann in ihrer Heimatwährung bezahlen können. Einen Bequemlichkeitsvorteil, den bislang nur der weltweit am weitesten verbreitete Uber-App für sich beanspruchen konnte. Ab Anfang 2016 sollen die Kunden der großen vier in den Genuss der Vorteile der neuen Allianz kommen, die am Freitag verkündet wurde.

Bis auf Lyft sind alle der Uber-Angreifer Marktführer in ihrem Revier: Ola mit nach eigenen Angaben 350.000 verfügbaren Fahrzeugen und einer Präsenz in 102 Städten in Indien. Didi Kuaidi mit nach eigenen Angaben 83 Prozent Marktanteil in China und Grabtaxi mit seiner Präsenz in südostasiatischen Ländern wie Malaysia, Thailand, Vietnam, Indonesien, den Philippinen und Singapur .

Softbank gegen Goldman Sachs

Und in allen lokalen Uber-Konkurrenten ist direkt oder indirekt die japanische Softbank beteiligt. An Ola, Grab Taxi und Didi Kuaidi ist sie direkt investiert. Über eines ihrer Großinvestments, nämlich dem in Alibaba, ist sie zudem ebenfalls bei Ola, Lyft und Grabtaxi dabei.

Uber wiederum zählt neben Goldman Sachs unter anderem Google und Blackrock zu seinen Investoren. Allerdings gibt es auch Investoren wie Tiger Global, die in

beiden Lagern investiert sind.

Zusammen haben die Uber-Angreifer bislang mehr als sieben Milliarden Dollar an Investitionen eingesammelt. Uber sogar mehr als acht Milliarden.

Uber wirbt neue Partner

Doch auch das Start-up aus San Francisco arbeitet weiter daran, den weltweiten Wettlauf der Fahrdienstvermittler zu gewinnen. So können App-Entwickler, deren Angebot auf lokalen Dienstleistungen beruht, seit kurzem eine Uber-Verbindung in ihre Apps einbauen, über die sie an den vermittelten Fahrten sogar mitverdienen.

Welche weiteren geschäftlichen Konsequenzen die Allianz für deren Teilnehmer hat und ob damit ausgeschlossen ist, dass diese auf neuen Märkten als Konkurrenten gegeneinander antreten, blieb zunächst unbekannt.

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