Sonntag, 4. Dezember 2016

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Europäisches Netz Telekom kauft Miteigner an T-Mobile in Tschechien heraus

Deutsche Telekom: Konzernchef Höttges treibt den Aufbau eines paneuropäischen Netzes voran - und kauft Anteile in Tschechien zu

Die Deutsche Telekom hat ihre Miteigner an der tschechischen Mobilfunktochter T-Mobile Czech Republic herausgekauft und hält nun 100 Prozent an der Landesgesellschaft. Der Bonner Konzern zahlt für den 40-Prozent-Anteil mehr als 800 Millionen Euro.

Hamburg - Die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen zahlt den Finanzinvestoren Mid Europa Partners (MEP) und Al Ain 828 Millionen Euro für deren 40-Prozent-Anteil, erfuhr manager magazin online von mit der Situation Vertrauten. Die von Mid Europa geführte Investorengruppe Falcon bestätigte das Geschäft am Montag.

Für die Telekom ist der Zukauf ein wichtiger Schritt, um seine Pläne eines paneuropäischen Netzes vorantreiben zu können. Ziel von Telekom-Chef Timotheus Höttges ist es dabei, ein integriertes Netz aus Mobilfunk- und Festnetz in allen Märkten der Telekom in Europa anbieten zu können. Der Konzern verfügt aber nicht in jeder Landesgesellschaft über beide Technologien - oder über die volle Mehrheit und damit Kontrolle.

Die Vorgabe in Bonn lautet deshalb, das Länderportfolio in ganz Europa zu vereinheitlichen. Der Konzern prüft deshalb seit geraumer Zeit, in welchen Ländern sich ein Zukauf lohnt - oder wo sich die Telekom ganz zurückziehen will.

Übernahme von GTS in Polen, Überlegungen bei OTE in Griechenland

Vor kurzem erst hatte die Telekom in Polen den Festnetzbetreiber GTS für 540 Millionen Euro übernommen. In dem für sie strategisch wichtigen Land war sie bisher ebenfalls nur als Mobilfunker präsent. GTS verfügt auch in anderen osteuropäischen Ländern über Festnetzinfrastruktur. Zudem erwägen die Bonner derzeit, auch ihren Anteil am griechischen Telekom-Konzern OTE aufzustocken.

Ein Telekom-Sprecher wollte den Zukauf in Tschechien nicht kommentieren. Weitere Länder, in denen die Deutsche Telekom allein als Mobilfunker vertreten ist, sind Österreich, die Niederlanden und Albanien. In Großbritannien hat Telekom-CEO Höttges die Mobilfunktochter in ein Joint Venture mit dem französischen Konzern Orange eingebracht.

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