Freitag, 9. Dezember 2016

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Popstar meutert gegen Apple Music Taylor Swift zwingt Apple in die Knie

Taylor Swift: Punktsieg über den Tech-Giganten
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DPA

Gegen die Macht eines Teenie-Idols kann selbst Apple nichts ausrichten. Taylor Swift hat mit wenigen Worten Pläne des Tech-Giganten für den Streaming-Dienst Apple Music über den Haufen geworfen. Ursprünglich sah das Konzept vor, Nutzern drei kostenlose Probemonate zu gewähren. Für diese Zeit wollte Apple keine Abgaben an Plattenfirmen zahlen, von denen ein Teil an die Künstler weiterfließt.

Bislang setzte Apple auf den Verkauf von Musik zum Herunterladen. Am 30. Juni steigt der Konzern mit Apple Music auch ins Streaming-Geschäft ein. Swift hatte am Sonntag einen Blogeintrag veröffentlicht. Darin begründete sie, warum ihr aktuelles Album "1989" dem Streaming-Service vorenthalten wird.

Swift kritisierte Apples Probezeit-Modell. Es sei schockierend, enttäuschend und passe überhaupt nicht zu der historisch fortschrittlichen und großzügigen Firma. "Wir wissen, dass dieses unglaubliche Unternehmen das Geld hat, um Künstler, Texter und Produzenten für die drei Probemonate zu bezahlen." Apple hatte Ende des vergangenen Quartals Geldreserven von mehr als 190 Milliarden Dollar.

Es gehe nicht um sie selbst, schrieb Swift. "Dies ist nicht die Beschwerde eines verwöhnten, bockigen Kindes." Sie habe inzwischen fünf Alben veröffentlicht, könne sich selbst, die Band, die Crew und das Management finanzieren, indem sie Konzerte gebe. Anders sehe es aber beispielsweise bei Künstlern oder Bands aus, die ihr erstes Album veröffentlichen. Sie würden genauso wenig wie die Songschreiber und Produzenten für ein Vierteljahr Streaming bezahlt.

"Wir haben von Künstlern gehört, dass das hart für sie wird"

Drei Monate seien eine lange Zeit, um unbezahlt zu bleiben. Es sei unfair, irgendjemanden zu bitten, gratis zu arbeiten. "Wir bitten Sie nicht um kostenlose iPhones. Bitte verlangen Sie von uns nicht, Ihnen unsere Musik ohne Gegenleistung zur Verfügung zu stellen."

Es brauchte nur wenige Stunden, ehe die Botschaft bei Apple angekommen war. "Als ich heute Morgen aufwachte und Taylors Botschaft sah, hat es uns darin bestärkt, dass wir etwas verändern müssen", sagte der Apple-Manager Eddy Cue der Nachrichtenagentur Associated Press. Auch auf Twitter verkündete er die Neuerung.

Apple hatte argumentiert, indem man 71,5 bis 73 Prozent des Umsatzes abgebe (branchenüblich sind rund 70 Prozent), gleiche man die drei Gratis-Monate aus. "Aber wir haben von Künstlern gehört, dass das hart für sie wird, also nehmen wir diese Veränderung vor", sagte Cue. Swift twitterte anschließend, sie sei erfreut und erleichtert. "Sie haben uns zugehört."

Ob "1989" nun doch noch bei Apple Music zu hören sein wird, ließ Swift offen. Das Album hat sich seit der Veröffentlichung im vergangenen Herbst allein in den USA rund fünf Millionen Mal verkauft. Apple dürfte mit dem Absatz über seine iTunes-Plattform einen erheblichen Anteil daran gehabt haben.

Im Streaming-Geschäft ist bislang Spotify Marktführer. Das Unternehmen aus Schweden hatte ebenfalls schon Kritik von Swift einstecken müssen. Die Sängerin zog im vergangenen Jahr ihre Alben bei Spotify ab, weil der Dienst auch eine werbefinanzierte Gratis-Version hat. Swift sieht darin eine Entwertung von Musik.

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ts/ulz/AP/dpa

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