Mittwoch, 23. Mai 2018

Telekom-Tochter zahlt in Aktien, John Legere wird Konzern leiten T-Mobile US kauft Sprint für 26 Milliarden Dollar

T-Mobile: Durch die Übernahme von Sprint rückt die Telekom-Tochter an Verizon heran

Nach langem Hin und Her schlägt die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US zu und kauft den kleineren Rivalen Sprint für 26 Milliarden Dollar. Es sei eine verbindliche Vereinbarung abgeschlossen worden, "um die beiden Gesellschaften zu einem größeren Unternehmen zusammen zu führen", teilte die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen am Sonntagabend mit.

Der Zusammenschluss sei über einen Aktientausch geplant. Bargeld soll demnach nicht fließen. Es ist der dritte Fusionsanlauf. Erst im November waren die Verhandlungen an Unstimmigkeiten über die späteren Machtverhältnisse gescheitert. Schon damals hatte Telekom-Chef Timotheus Höttges angedeutet, dass die Türen nicht verschlossen sind.

Zusammen werden T-Mobile US und Sprint den bisherigen Platzhirschen Verizon und AT&T deutlich mehr Konkurrenz bereiten und in etwa auf Augenhöhe liegen. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Wettbewerbsbehörden sehr genau prüfen, ob sie grünes Licht für den Deal geben, bei dem letztlich ein Konzern mit einem Marktwert von 150 Milliarden Dollar und 240.000 Mitarbeitern weltweit entsteht.

Telekom wird mit 42 Prozent am fusionierten Konzern beteiligt sein

Vereinbart wurde, dass die derzeitige Nummer drei auf dem US-Markt alle Sprint-Anteile übernimmt. Für jeweils 9,75 Sprint-Anteile erhielten deren Aktionäre im Gegenzug eine neue Aktie der T-Mobile US. Nach Abschluss der Transaktion soll die Deutsche Telekom mit rund 42 Prozent an T-Mobile US beteiligt sein und den Konzern voll konsolidieren können.

Softbank hält künftig 27 Prozent

Die Sprint-Mutter Softbank aus Japan wird demnach dann 27 Prozent halten. Der neue Konzern soll vom bisherigen T-Mobile-US-Chef John Legere geführt werden, auch der Name Sprint scheint vom Markt zu verschwinden. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2019 über die Bühne gehen.

Happy: Tim Höttges, John Leger
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Happy: Tim Höttges, John Leger

Die Schulden des Bonner Konzerns steigen zumindest vorübergehend durch den Kauf von Sprint. Laut der Telekom wird der Stand der Netto-Finanzverbindlichkeiten zum bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) wohl oberhalb des Zielkorridors von 2,0 bis 2,5 landen.

Allerdings geht das Dax-Unternehmen davon aus, ab 2021 aufgrund des hohen Cash Flows wieder innerhalb der Zielvorgaben zu liegen.

von Nadine Schimroszik und Greg Roumeliotis, Reuters

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