Freitag, 27. April 2018

Spekulationen um Softbank und Swiss Re Was will Masayoshi Son mit einem Rückversicherer?

Masayoshi Son: Der Softbank-Chef sieht offenbar gute Gründe, Technologie, Internet und Versicherungswirtschaft eng miteinander zu verknüpfen

Hurrikan-Saison und andere Katastrophen haben auch bei der Swiss Re Börsen-Chart zeigen die Bilanz mächtig aufgewirbelt. Nach einem stürmischen Jahr 2017 blieb unter dem Strich ein Gewinn von 331 Millionen Dollar und damit weniger als ein Zehntel des Vorjahresgewinns (3,6 Milliarden Dollar) übrig, teilte der weltweit zweitgrößte Rückversicherer am Freitag mit.

Die Schäden schlugen mit 4,7 Milliarden Dollar zu Buche, die Prämieneinnahmen sanken um 2 Prozent auf 34,8 Milliarden Dollar. Die Branche kämpft mit Niedrigzinsen und Preisverfall, weil auch Finanzinvestoren viel Geld in das Geschäft stecken. Trotz enormer Schäden sank das Eigenkapital nur um 3 Prozent auf 33,4 Milliarden Dollar. Ebenso wie die Münchener Rück können es sich die Schweizer leisten, die Aktionäre mit einer höheren Dividende bei Laune zu halten. Zudem kündigte die Swiss Re an, für eine weitere Milliarde Franken eigene Aktien zu kaufen - ein starkes Signal gegen eine Kapitalerhöhung. Alles bestens also?

Swiss Re fordert offenbar strategischen Beitrag

Nicht wirklich, denn derzeit baut sich ein ganz anderer Sturm um den weltweit zweigrößten Rückversicherer auf. Softbank-Chef und Firmengründer Masayoshi Son greife nach dem Rückversicherer, hieß es bereits in ersten Gerüchten vor zwei Wochen. Mit bis zu 10 Milliarden Dollar wolle er sich bei Swiss Re einkaufen und dafür bis zu 30 Prozent des Rückversicherers erwerben.

Der Rückversicherer bestätigte zwar grundsätzlich Gespräche, hielt sich aber auch am Freitag mit Kommentaren zurück und erklärte lediglich, Swiss Re prüfe "mögliche strategische und finanzielle Implikationen" einer etwaigen Partnerschaft. Dabei stünden die Interessen des Unternehmens und seiner Aktionäre im Vordergrund.

Für einen möglichen Einstieg werde der Rückversicherer sein Kapital nicht erhöhen wollen. Swiss Re sei weiterhin sehr kapitalstark. "Die Ausgabe neuen Kapitals wird von daher nicht in Erwägung gezogen." Beobachter interpretierten dies als Hinweis, dass Swiss Re keine reine Finanzbeteiligung wünsche und es ohne strategischen Vorteil nicht zu einem Deal kommen werde.

Doch worin könnte der Vorteil einer Verflechtung beider Unternehmen liegen, die auf den ersten Blick mit Versicherungen und Technologie gänzlich unterschiedliches Geschäft betreiben?

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