Montag, 5. Dezember 2016

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Sicherheitsexperte schlägt Alarm Warum Deutschland im Kampf gegen Cyberkriminelle ein Fiasko droht

Schutzlos im Netz: IT-Sicherheitsexperten sind in Deutschland Mangelware

Sony, der Bundestag oder zuletzt einSeitensprungportal. Es vergeht kaum eine Woche ohne Berichte über einen neuen Datendienstahl. Doch mit dem Schutz vor Angriffen tun sich Unternehmen wie Politik schwer. Ein Grund: Ausgebildete Cyber-Sicherheitsexperten sind hierzulande Mangelware.

Nur fünf von 64 großen deutschen Universitäten, in denen Informatik gelehrt wird, bieten laut einer aktuellen Erhebung überhaupt einen Studiengang für IT- und Cyber-Sicherheit an. Das sind nur rund 8 Prozent aller Institute im aktuellen Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) die regelmäßig die Qualität der deutschen Hochschullehre ermittelt.

Mit drastischen Folgen. Auf dem Arbeitsmarkt seien aktuell "so gut wie keine" Experten im Bereich IT-Sicherheit verfügbar, beklagt Jörg Asma, Leiter der auf IT-Sicherheit spezialisierten Comma Security Institutes, das sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in einer Studie angeschaut hat. Das Institut, das selbst Fortbildung in Sachen IT-Sicherheit anbietet, ist der Unternehmensberatung Comma Soft angegliedert, die diverse Dax-Unternehmen in Sachen Cybersicherheit berät.

Doch angesichts von Angriffen wie dem auf das Netzwerk des Deutschen Bundestages scheint das Bewusstsein für die neuen Anforderungen an IT-Sicherheit gewachsen. Immerhin 17 der im CHR-Ranking vertretenen 64 Universitäten haben demnach mittlerweile einen Lehrstuhl oder eine auf IT-Sicherheit spezialisierte Professur eingerichtet. Und auch Fachhochschulen bieten mittlerweile Ausbildungsgänge zum Thema Internetsicherheit an.

Doch das ist nach Einschätzung von IT-Sicherheitsexperte Asma noch lange nicht genug. Aus den nun geschaffenen Professuren und Lehrstühlen müssten nun spezifische Studiengänge und Spezialisten-Ausbildung hervorgehen, fordert er.

"Ansonsten droht der deutschen Wirtschaft existenziell gefährdende Wehrlosigkeit in den sich noch weiter verschärfenden Cyber-Kriegen der Zukunft", warnt er.

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