Samstag, 21. Oktober 2017

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Facebook kopiert Innovationen Angriff der Klonkrieger bringt Snap in Not

Seit Anfang Juni kennt die Snap-Aktie Börsen-Chart zeigen nur noch eine Richtung: abwärts. Nachdem das Unternehmen hinter dem Dienst Snapchat, mit dem sich vor allem Teenager selbstlöschende Foto- und Videonachrichten zusenden, im März noch fulminant an der Börse gestartet war, ist das Papier mittlerweile weit unter den Ausgabepreis von 17 Dollar gefallen. Die Grafik von Statista illustriert eindrucksvoll eines der größten Probleme des Unternehmens.

Anleger sorgen sich um die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens zum großen Rivalen Facebook Börsen-Chart zeigen: Der Social-Media-Primus hatte zuletzt wichtige Funktionen von Snapchat in seinen eigenen Diensten WhatsApp und Instagram ausgerollt.

"Kann Snap mehr sein als Facebooks Innovation Lab?", hatte"Forbes" schon im Juni zynisch gefragt, weil der große Konkurrent nicht nur stetig, sondern auch immer schneller einzelne Innovationen Snapchats kopiert hatte. Beim "Stories"-Feature, kurzen, selbstständig löschenden Bild- und Videobeiträgen, habe Facebook noch gut drei Jahre gebraucht, um es auf Instagram einzuführen - andere Funktionen, etwa das Einfügen von Stickern in Fotos, seien zuletzt hingegen schon nach ein paar Monaten in Facebooks Diensten aufgetaucht.

Snap-Aktie stürzt nach Zahlen weiter ab

Wie die Grafik zeigt, haben diese dort aus dem Stand enorme Nutzerzahlen erreicht, während Snapchats eigene Zuwächse eher stagnierten. Im ersten Quartal 2017 hatte sich Snapchat schwer getan, neue Nutzer zu gewinnen.

In den drei Monaten bis Ende Juni nahm der Verlust verglichen mit dem Vorjahreswert von 116 Millionen auf 443 Millionen Dollar (376 Mio Euro) zu, wie Snap Börsen-Chart zeigen in der Nacht zu Freitag mitteilte. Der Umsatz stieg zwar um über 150 Prozent auf 182 Millionen Dollar, blieb damit aber unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie stürzte nachbörslich zeitweise um 14 Prozent ab.

Auch das Nutzerwachstum konnte Investoren nicht überzeugen. Die Zahl der täglich aktiven User kletterte auf 173 Millionen, was einem Anstieg um 21 Prozent im Jahresvergleich und um vier Prozent verglichen mit dem Vorquartal entspricht. Nachbörslich markierte der Kurs ein Rekordtief unter 12 Dollar, der Ausgabepreis der Aktien hatte bei 17 Dollar gelegen.

Angriff der Klonkrieger verschreckt Investoren

Zuletzt hatte der "Angriff der Klonkrieger" (Statista) die Investoren verschreckt; die Verkaufswelle der vergangenen Wochen war zudem mit dem Auslaufen einer Haltefrist früher Investoren nach dem IPO erklärt worden.

Beobachter sehen für Snap allerdings trotzdem verschiedene Chancen für künftigen Erfolg: Die Kern-Nutzerschaft des Unternehmens sei jung und stamme aus Nordamerika - dem wertvollsten Werbemarkt der Welt. Auch hätten Snapchat-Nutzer laut Firmenangaben zuletzt mehr Zeit auf dem Dienst verbracht; Snap habe außerdem laufend den Umsatz gesteigert, den es mit jedem einzelnen Nutzer mache.

Evan Spiegel - den Snap-Chef verstehen in 60 Sekunden

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Bild: Getty Images

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