Freitag, 30. September 2016

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Tech-Ikonen verlagern Arbeitsplätze  Das Silicon Valley kann sich das Silicon Valley nicht mehr leisten

Skyline von San Francisco: Die enormen Mieten machen mittlerweile auch Tech-Unternehmen zu schaffen

Es waren ziemlich ereignisreiche Wochen für die Bewohner von San Francisco. Erst löste ein Tech-Investor namens Justin Keller einen enormen Shitstorm aus, als er sich in einem offenen Brief an den Bürgermeister von San Francisco darüber beschwerte, dass wohlhabende Menschen wie er durch den Anblick der großen Zahl Wohnungsloser belästigt würden.

Am vergangenen Wochenende folgte dann der zweite Teil des Dramas. Eine Bloggerin schrieb einen offenen Brief an den Chef des Bewertungsportals Yelp, Jeremy Stoppelman. Darin klagte sie darüber, dass ihr als eine seiner Call-Center-Mitarbeiterinnen angesichts der enormen Mieten in und um San Francisco nicht genug Geld bleibe, um sich Lebensmittel und Fahrgeld leisten zu können.

Von ihrem Monatsgehalt von 1466 Dollar nach Steuern gingen alleine 1245 Dollar für die Miete drauf. Der Rest, so die 25-jährige Talia Ben-Ora alias Talia Jane, für die Fahrtkosten zum 30 Kilometer entfernten Arbeitsplatz. Aus diesem Grund ernähre sie sich weitgehend von Reis und von Snacks, die die Firma für seine Angestellten kostenlos zur Verfügung stelle. Und dass sie nachts wegen Hungers oft nicht schlafen könne.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. "Talia Jane" wurde , wie sie schrieb, gefeuert.

Es folgte ein Shitstorm, durch den sich Stoppelman selbst schließlich genötigt sah, auf Twitter zu der Kündigung Stellung zu nehmen. Mit dem Tenor, dass er mit der Sache persönlich nichts zu tun habe. Er sei sich der enorm hohen Mieten und der finanziellen Belastung der Mitarbeiter allerdings bewusst.

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