Montag, 11. Dezember 2017

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US-Gericht Chinesen sollen Siemens gehackt haben

Hacker mit engen zu einer Cyber-Sicherheitsfirma in China haben offenbar sensible Daten bei Siemens geklaut

Nach US-Gerichtsunterlagen sollen chinesische Hacker in Netzwerke von Siemens eingedrungen sein. Sie hätten Daten von den Transport-, Technologie- und Energiebereichen bei Siemens gestohlen. Die Experten hätten auch die Ratingagentur Moody's gehackt, heißt es.

Drei Personen mit Verbindungen zu einer chinesischen Cyber-Sicherheitsfirma sollen nach US-Gerichtsunterlagen in Netzwerke von Siemens und anderen Firmen eingedrungen sein. Nach der am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Anklageschrift eines Gerichts in Pittsburgh sollen die Angeklagten auch Netzwerke des GPS-Technik-Anbieters Trimble und von Moodys Analytics, der Risikomanagement-Sparte der Ratingagentur Moody's, gehackt haben.

Es handle sich um Eigentümer, Mitarbeiter und Partner der Firma Guangzhou Bo Yu Information Technology Company aus dem südchinesischen Guangzhou. Vertreter der Beschuldigten und der chinesischen Sicherheitsfirma waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Angriffe auf die Netzwerke erfolgten der Anklage zufolge zwischen 2011 und 2017. Es seien Daten von den Transport-, Technologie- und Energiebereichen bei Siemens gestohlen worden. Trimble sei ausgespäht worden, als das Unternehmen ein neues satellitengestütztes Navigationssystem entwickelt habe.

Die drei chinesischen Staatsbürger seien nicht in Gewahrsam, teilte die Staatsanwaltschaft in Pittsburgh mit. Sie würden als Einzelpersonen behandelt und nicht als vom Staat unterstützte Hacker.

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rei/Reuters

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