Dienstag, 6. Dezember 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Rocket Internet sammelt 420 Millionen Euro ein Samwer verschafft sich Luft mit delikatem Deal

Alles wird gut: Oliver Samwer, Chef des Unternehmens Rocket Internet, sammelt wieder Geld für Investitionen ein und verspricht, dass seine wichtigsten Beteiligungen von nun an immer geringere Verluste ausweisen werden

Die unter Zugzwang stehende Startup-Schmiede Rocket Internet verschafft sich mit der Beteiligung an einem Wachstumskapitalfonds mehr Spielraum für Investitionen. Zum Ende der ersten Zeichnungsfrist seien für den Rocket Internet Capital Partners Fund 420 Millionen Dollar bei institutionellen Investoren wie Pensionskassen und Versicherern eingesammelt worden, sagte Rocket-Chef Oliver Samwer am Dienstag.

Das Vehikel hatte in den vergangenen Monaten nach Informationen von manager-magazin.de unter einigen der angesprochenen Investoren für heftige Diskussionen gesorgt. Grund ist ein möglicher Interessenskonflikt. Denn der Rocket Internet Capital Partners Fund soll sich nicht an Firmengründungen Rockets beteiligen, sondern erst einsteigen, wenn die Unternehmen neues Geld brauchen, wie das Unternehmen am Dienstag selbst mitteilte. Der Konflikt: Rocket wird dann jeweils tendenziell eine höhere Bewertung für das betreffende Unternehmen aus seinem Portfolio ansetzen. Der Fonds, der investieren soll, ist dagegen naturgemäß an einer niedrigeren Bewertung interessiert, um mehr Anteile für sein Geld zu erhalten. Ob dieser Konflikt lediglich durch vermeintlich objektive Gutachten oder noch andere Instrumente entschärft werden soll, teilte Rocket nicht mit.

Der Berliner Konzern selbst sei an dem Fonds mit einer Mindestlaufzeit von mindestens neun Jahren mit 50 Millionen Dollar beteiligt. Die Rocket-Aktie legte in einem positiven Marktumfeld 2 Prozent auf 18,72 Euro zu, was weniger als der Hälfte des Ausgabepreises beim Börsengang 2014 entspricht.

Laut Samwer werden Rocket und der Fonds Hand in Hand in Startups investieren. Dadurch habe das Berliner Unternehmen, das unter anderem am Kochbox-Anbieter HelloFresh und den Möbelhändlern Home24 und Westwing beteiligt ist, nun Zugang zu Kapital im Umfang von 2,1 Milliarden Euro statt zuletzt 1,7 Milliarden Euro. Dadurch komme Rocket auf Augenhöhe mit Fonds wie DST, General Atlantic sowie Tiger.

Seite 1 von 2
Nachrichtenticker

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH