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23.07.2013
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O2 kauft E-Plus
Monopolkommission kritisiert Mobilfunk-Deal

Von Martin Hintze

E-Plus-Zentrale in Düsseldorf: Kartellexperten haben Bedenken
DPA

E-Plus-Zentrale in Düsseldorf: Kartellexperten haben Bedenken

Die Monopolkommission sieht den Megadeal auf dem deutschen Mobilfunkmarkt kritisch. Die Fusion von E-Plus und O2 zur neuen Nummer eins könne nur unter Auflagen genehmigt werden. Für Kunden ist der geplante Zusammenschluss keine gute Nachricht.

Hamburg - Die Monopolkommission sieht den angekündigten Verkauf von E-Plus an Telefonica Deutschland (O2) kritisch. Nach der Fusion würden lediglich drei Anbieter Deutschlands Mobilfunkmarkt untereinander aufteilen: die Deutsche Telekom, Vodafone und E-Plus/O2. "In der Vergangenheit haben Wettbewerbsbehörden in zahlreichen Situationen stets darauf geachtet, dass es bei vier Anbietern geblieben ist", sagt Daniel Zimmer, Vorsitzender der Monopolkommission gegenüber manager magazin online.

Eine zwangsläufige Ablehnung der Fusion bedeutet das allerdings nicht. "Die Wettbewerbshüter könnten durch Auflagen sicherstellen, dass langfristig wieder vier Anbieter am Markt sind", sagt Zimmer. Das zeigt das Beispiel Österreich: Die EU-Kommission hatte den Zusammenschluss von Hutchison und der Österreich-Sparte von Orange nur unter der Auflage genehmigt, dass Hutchison sein Netz für Quereinsteiger öffnet und Frequenzen verkauft. "Das ist ein Weg, wie die Aufsichtsbehörden Wettbewerb sichern können", sagt Zimmer.

Die Monopolkommission ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das die Bundesregierung auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung berät. In einem Sondergutachten der Kommission zum Telekommunikationsmarkt aus dem Jahr 2011 heißt es: "Der Wettbewerb im Mobilfunk hängt maßgeblich von der gegenwärtigen Marktstruktur mit vier unabhängigen Netzbetreibern und einer größeren Anzahl von Serviceprovidern ab."

Direkt eingreifen kann die Monopolkommission jedoch nicht. "In diesem Fall ist die EU-Kommission als Wettbewerbsbehörde zuständig", sagt Zimmer. Auch das Bundeskartellamt verwies auf Brüssel. Die EU-Kommission wollte die Übernahme auf Anfrage noch nicht kommentieren.

"Zeit der Preisrückgänge vorbei"

Der niederländische Telekomkonzern KPN Chart zeigen will seine deutsche Mobilfunktochter E-Plus für fünf Milliarden Euro in bar an Telefonica Deutschland (O2) Chart zeigen verkaufen. KPN werde zudem mit 17,6 Prozent an dem fusionierten Unternehmen beteiligt sein, teilte KPN mit. Das Vorhaben müsse noch von Aktionären und Regulierungsbehörden abgesegnet werden.

Mit dem Deal würde eine neue Nummer eins auf dem deutschen Mobilfunkmarkt entstehen, den bisher Telekom Chart zeigen und Vodafone Chart zeigen dominieren.

Für Endkunden ist der Deal nach Ansicht von Experten keine gute Nachricht. "Der Kunde wird kurzfristig nicht profitieren", sagt Torsten Gerpott, Professor für Unternehmens- und Technologieplanung an der Universität Duisburg-Essen und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bundesnetzagentur, gegenüber manager magazin online.

E-Plus hatte zuletzt den Markt mit aggressiven Angeboten aufgewühlt und für sinkende Preise gesorgt. "In einem engen Oligolpol mit drei etwa gleich starken Anbietern macht man sich das Leben nicht gegenseitig schwer. Üblicherweise teilen sie sich den Markt und die Gewinne friedlich auf", sagt Gerpott. Preissteigerungen für Endkunden seien zwar nicht zu erwarten. "Die Zeit der starken Preisrückgänge dürfte vorbei sein", sagt Gerpott.

Aus Sicht von Telefonica und der E-Plus-Muttergesellschaft KPN sei der Schritt nachvollziehbar. "Langfristig hätten sie es schwer gehabt, allein am Markt zu überleben", sagt Gerpott. Beide Gesellschaften wären wohl kaum in der Lage gewesen, die enormen Investitionen in den Netzausbau und für die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen, die 2017 zur Verlängerung anstehen, aufzubringen.

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