Samstag, 1. Oktober 2016

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Nach Schlappen in Europa Uber heuert noch mehr PR-Profis für Europa an

Bekommt Verstärkung: Uber-Strategiechef David Plouffe

Hamburg/Amsterdam - Der Fahrdienstvermittler Uber rüstet angesichts der zunehmenden Probleme in Europa auf. Zusätzlich zur bereits existierenden PR-Armada, die ihr Geschäft bei Schwergewichten wie Burson-Martsteller, Brunswick und Weber-Shandwick oder Hering Schuppener gelernt hat, baut Uber in Europa jetzt offenbar seine hauseigene "Spinning"-Abteilung aus.

Gleich fünf sogenannte "Public Policy"-Stellen hat Uber in Westeuropa aktuell ausgeschrieben, wie aus der Firmen-Seite hervorgeht. Zwei in Amsterdam, zwei in London und eine in Stockholm.

Unterstützung für den bisherigen EU-Chef Policy-Strategen Mark MacGann und dessen US-Pendant, den ehemaligen Obama-Berater David Plouffe. Letzterer hatte zuletzt mit einer angeblichen Partnerschaft von Uber mit der Frauenorganiation UN-Women, die sich später als Ente und nichts als einseitiges Sponsoring erwies, jede Menge Spott auf sich gezogen.

In Deutschland hatte Uber erst in der vergangenen Woche ein bundesweites Verbot seines Dienstes Uber-Pop kassiert. Da der Kläger Taxi Deutschland bislang die vom Gericht erhobene Sicherheitsleistung von 400.000 Euro noch nicht hinterlegt hat, ist das Urteil allerdings noch nicht rechtskräftig und Uber fährt weiter.

In Frankreich durchsuchten Polizisten kürzlich sogar das französische Uber-Hauptquartier, nachdem Uber über längere Zeit hin das Verbot von Uber-Pop in Frankreich ignorierte.

15 Jahre Erfahrung sind Voraussetzung

Dass Uber auch bei den hauseigenen Agenda-Settern nur hochpreisige Qualität einkaufen dürfte, wird bei genauerem Lesen der Jobausschreibungen deutlich. Zehn bis 15 Jahre "Government-Relations"-Erfahrung für den Posten des "Public Policy Directors für Westeuropa" müssen Kandidaten mindestens mitbringen. Schließlich soll der sicherstellen, dass Uber künftig auch auf Märkten operieren kann, die sich Uber noch verschließen. Und dass Uber anderswo nicht rausgeworfen wird.

Kandidaten, die lieber öffentlich arbeiten, können sich auf den ausgeschriebenen Sprecher-Posten für Deutschland bewerben - oder die des General Managers für Köln und Düsseldorf.

Im Kampf um den milliardenschweren Beförderungsmarkt hatte auch die Taxi-Industrie Medienberichten zufolge zuletzt PR-technisch aufgerüstet.

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