Samstag, 23. Juli 2016

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iTunes-Konkurrent gestartet Country-Superstar Brooks bietet Apple und Amazon die Stirn

Garth Brooks: Der Country-Superstar geht mit einem eigenen Musikportal an den Start - ganz bewusst in Konkurrenz zu Apple und Amazon

Apple bekommt neue Konkurrenz aus der Musikbranche. Country-Superstar Garth Brooks will die Übermacht des Konzerns brechen und startet einen eigenen iTunes-Konkurrenten. An seiner Seite: Die Größen des Musikgeschäftes.

Hamburg - Er ist in den USA ein Superstar, hat mehr Alben verkauft als Celine Dion, Mariah Carey und Metallica - und bläst jetzt zum Angriff auf iTunes. Der Country-Musiker Garth Brooks geht mit einem eigenen Online-Musikladen an den Start, der die Macht von Apple Börsen-Chart zeigen, Amazon Börsen-Chart zeigen , Spotify & Co. brechen soll.

Der Name des Projektes: GhostTunes. Die Idee dahinter: Mehr Geld und Informationen für die Branche. Als er beschlossen habe, seine Musik auch digital zu verkaufen, habe er keinen "existierenden Weg gefunden", der seinen Vorstellungen entsprochen habe, begründete Brooks unlängst sein Projekt.

Erklärtes Ziel sei "Musik so anzubieten, wie die Künstler es sich vorstellen." So können Plattenfirmen und Künstler bei GhostTunes neben Alben auch so genannte Bundles anbieten, Pakete aus Alben, Eintrittskarten oder Merchandising Produkten. Und man kann sich - ähnlich wie bei Amazon - gekaufte Alben auch streamen lassen.

Bessere Bedingungen für Künstler und Labels

Für die Branche attraktiv dürften aber vor allem die Geschäftsbedingungen sein. Statt 70 Prozent des Preises, wie bei Apple, sollen bei GhostTunes 80 Prozent an die Plattenlabels gehen, berichtet das "Wall Street Journal". Zudem sollen Plattenfirmen und Künstler mehr Einsicht in die Verkaufsdaten bekommen als das bei Konkurrenzfirmen der Fall ist. Entsprechend sind Universal, Sony und Warner beim Start von GhostTunes mit dabei.

Brooks ist mit 134 verkauften Millionen Tonträgern einer der erfolgreichsten Solokünstler des 20. Jahrhunderts. Ob ihm mit seinem Angebot tatsächlich der Durchbruch gelingt, daran gibt es in der Branche allerdings noch Zweifel. Schließlich müsste er mittlerweile etablierte Kaufgewohnheiten durchbrechen. Zudem verfügen Konkurrenten wie Apple und Amazon bereits über die Kreditkartendaten von Millionen von Kunden.

Brooks will es dennoch versuchen. Sein neues Album "Man Against the Machine," das am Dienstag erscheint, soll ausschließlich über GhostTunes erhältlich sein.

Brooks ist nicht der einzige in der Branche, der es mit den Großen aufnimmt. Altrocker Neil Young startete vor einer Weile eine Plattform für hochauflösende Musik und nahm über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter innerhalb weniger Wochen mehr als sechs Millionen Dollar für sein Projekt Pono ein. Anfang des Jahres sollen die ersten Abspielgeräte in den Handel kommen.

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