23.08.2013
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Abschied von Steve Ballmer
Wo ist Microsofts Marissa Mayer?

Von Astrid Maier

Steve Ballmer: Die Zeitenwende - weg vom PC, hin zu Smartphones und Tablets - hat der Microsoft-Chef zu spät erkannt
AFP

Steve Ballmer: Die Zeitenwende - weg vom PC, hin zu Smartphones und Tablets - hat der Microsoft-Chef zu spät erkannt

Steve Ballmer zieht sich bei Microsoft zurück: In Redmond ist es dringend Zeit für einen Neuanfang. Selten in der IT-Geschichte hat sich ein Konzern durch seinen eigenen Chef so sehr selbst im Weg gestanden.

Tech-Auguren, Investoren, Analysten - sie alle waren sich in letzter Zeit ziemlich uneinig: Ist Microsoft nun abgeschrieben, oder steht das Comeback des Konzerns aus Redmond kurz bevor? Zuletzt überwog die Hoffnung auf letzteres: Der Kurs des Tech-Giganten war seit Anfang des Jahres und bis heute um 21 Prozent gestiegen.

Die Argumentation: Microsoft Chart zeigen sei einfach unschlagbar im Geschäft mit Business-Kunden. Wo Apple Chart zeigen und Samsung Chart zeigen den Ruf Microsofts bei den Verbrauchern ramponiert hätten, dort werde Konzernchef Ballmer mit seiner neuen Plattform Windows 8 sich das Geld und das Ansehen bei den Firmenkunden schon bald wieder zurückholen. Alles halb so schlimm also.

Ballmer hat mit seinem angekündigten Rückzug am Freitag die Antwort auf den wahren inneren Zustand Microsofts selbst gegeben: In Redmond ist es dringend Zeit für einen Neuanfang.

Nur selten in der IT-Geschichte hat sich ein Konzern durch seinen eigenen Chef so sehr selbst im Weg gestanden. Der bullige CEO mit dem ungebremsten Willen zur Macht hat in den vergangenen zehn Jahren so ziemlich jeden neuen Branchen-Trend in Redmond unterdrückt, den seine emsigen Entwickler mit vorangetrieben hatten.

Die ersten Tablets wurden schließlich bei Microsoft ertüftelt. Doch lange Zeit verhinderte Ballmer jedes Neugeschäft, das geeignet war, das Stammgeschäft mit seinen Windows- und Office-Programmen zu beschädigen - also auch Tablets.

Angriff geht anders

Und selbst als in Redmond die Zeitenwende - weg vom PC, hin zu tragbaren Geräten - erkannt wurde, scheiterte Ballmer kläglich. Seine Truppe erfand zwar ein überaus gelungenes neues Betriebssystem mit Windows 8. Doch Ballmer schaffte es nicht, das Vorzeigeprodukt in den Markt zu drücken.

Ein hauseigener Tablet-Computer etwa wurde im Vorfeld viel beworben - allein, es gab ihn die meiste Zeit so gut wie nirgends zu kaufen, außer in ein paar Microsoft-US-Shops und im Online-Store.

Angriff geht anders. Zuletzt zeigte sich die Misere deutlich in den Bilanzzahlen des Konzerns.

Ein Wechsel an der Unternehmensspitze ist deshalb das Beste, was dem in die Jahre gekommenen Unternehmen nun passieren konnte. Doch selbst hier beweist sich Ballmer als Ballast: Einen geeigneten Nachfolger oder eine Nachfolgerin hat er nicht aufgebaut, vielmehr geeignete Konkurrenten emsig weggebissen.

Das Microsoft-Board und Gründer Bill Gates stehen deshalb vor einer delikaten Aufgabe: Es gilt, jemanden von außen zu bringen, der bei Microsoft das bewirkt, was Marissa Mayer beim lädierten Internet-Pionier Yahoo Chart zeigen vollzogen hat: dem Konzern nach innen wie nach außen ein neues, jüngeres, zeitgemäßes Selbstverständnis zu verpassen.

Schade für Microsoft, dass Mayer schon einen CEO-Job hat.

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