Freitag, 30. September 2016

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Sky Deutschland James Murdoch wird Chefaufseher

James Murdoch: Steigt vom Aufsichtsrat zum Aufsichtsratschef bei Sky Deutschland auf

Sky Deutschland steht ein Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats bevor. James Murdoch, Sohn des Medienpatriarchen Rupert Murdoch, soll den Job übernehmen und Chefaufseher Chase Carey ablösen. Auch der Termin für den geplanten Wechsel steht bereits fest.

Hamburg - James Murdoch (40) soll spätestens Ende des Jahres den Aufsichtsratsvorsitz beim Bezahlsender Sky Deutschland übernehmen. Dies verlautet aus Unternehmenskreisen. Der Sohn des internationalen Medienpatriarchen und Sky-Mehrheitsaktionärs Rupert Murdoch (82) war erst auf der Hauptversammlung am 18. April in das Kontrollgremium des Münchener MDax-Unternehmens gewählt worden.

Der Junior löst den seit Mitte 2010 amtierenden Chase Carey (59) ab, im Hauptberuf Chief Operating Officer, Deputy Chairman der News Corporation in New York und Schwertträger Rupert Murdochs.

Der deutsche Sky-Betrieb Börsen-Chart zeigen, für seine chronischen Defizite bei Anlegern gefürchtet, will in diesem Jahr zum ersten Mal seit Ewigkeiten einen Gewinn erwirtschaften, zumindest einen vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Die Gilde traut dem Vorstandschef Brian Sullivan (51) jedenfalls viel zu, sogar das.

Der Rotschopf, aus Philadelphia stammend, ist ein Ausbund an Zuversicht und Schaffensfreude. Seit seiner Einstellung im April 2010 hat er mit vielen Kunstgriffen, Tricks und Stimulierungen die Abonnentenzahl seiner Kanäle auf über 3,4 Millionen gesteigert und dabei auch seine eigenen Sympathiewerte bei Aktionären und Mitarbeitern auf erstaunliche Weise erhöht. Für die Schinderei lässt sich Sullivan freilich auch hoch belohnen, was die Gewinnaussichten von Sky nicht unbedingt verbessert: Für seine Beanspruchung 2012 konnte er, laut Geschäftsbericht, fast 5,7 Millionen Euro in Rechnung stellen. Die Hälfte seiner Bezüge ist allerdings erfolgsabhängig, und zwar langfristig. Diese Maßnahme soll ihn anspornen und auf Trab halten.

Sullivan und James Murdoch sind enge Vertraute, sozusagen Buddies: Sie lernten einander schätzen bei BSkyB in London, wo James Murdoch lange Jahre seines Amtes gewaltet hatte als Chef der Zeitungsgruppe und Fernsehsender und sich Sullivan binnen 13 Jahren, am Ende im Range eines sogenannten Managing Directors, unentbehrlich gemacht hatte - bis ihn James Murdoch zum Sanitätsdienst nach Unterföhring schickte, damit Sky Deutschland, ein akuter Notfall, endlich ohne künstliche Beatmung am Leben bleibe.

Im vergangenen Jahr setzte Sky Deutschland 1,3 Milliarden Euro um, 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Verlust betrug zwar rund 195 Millionen Euro, aber 2011 waren es noch fast 278 Millionen Euro gewesen.

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