Dienstag, 23. Januar 2018

Computer könnten langsamer werden Gerüchte um fehlerhafte Chips bringen Intel in Bedrängnis

Intel-Zentrale im kalifornischen Santa Clara, USA

Bis zu 30 Prozent Leistungsverlust bei Personal Computern? Gerüchte um eine mögliche Sicherheitlücke und fehlerhafte Chips von Intel bringen den Konzern in Bedrängnis. Die Anleger reagieren hoch nervös.

Sicherheitsforscher haben in Chips von Intel einen gravierenden Fehler entdeckt, der nach der Behebung zu einem spürbaren Performanceverlust bei Personal Computern mit einer Intel-CPU führen könnte. Der schwerwiegende Designfehler, durch den PC-Systeme möglicherweise gekapert werden können, könne nur durch umfassende Änderungen an Betriebssystemen wie Windows oder Linux ausgebügelt werden, berichtete am Mittwoch das Technikportal "The Register". Dies könne zu massiven Leistungseinbußen führen.

Aktien von Intel reagierten am Mittwoch sensibel auf den Bericht. Im hohen Bogen warfen Anleger am Mittwoch an der Wall Street die Intel-Aktien Börsen-Chart zeigen aus ihren Depots. Die Aktien des Chipherstellers brachen in der Spitze um 4 Prozent ein und hielten im Dow Jones damit die rote Laterne.

Wie sehr die Systeme unter einem Sicherheitspatch zu leiden haben, blieb am Mittwoch noch unklar. Während "The Register" je nach Anwendung und Prozessor mit Leistungseinbußen von bis zu 30 Prozent rechnet, war in anderen Berichten von deutlich geringeren Werten die Rede. Chips von Intel-Konkurrent AMD sind dem Vernehmen nach nicht von dem Designfehler betroffen.

Im schlimmsten Fall könnte Passwörter ausgespäht werden

Wird die Lücke auf den betroffenen Systemen nicht geschlossen, könnte Nutzersoftware auf eigentlich geschützte Daten im Betriebssystem-Kernel zugreifen und damit auch Passwörter oder andere verschlüsselte Daten auslesen. Normalerweise werden diese Speicherbereiche vor Anwendungssoftware versteckt.

Genaue Angaben von Intel zu der Fehlerbeseitigung und den möglichen Auswirkungen auf die Leistung eines PCs mit einer Intel-CPU gibt es noch nicht. Fachleute rechnen aber nach einem Update mit Leistungseinbußen, weil das Betriebssystem dann den Chip zwingt, zusätzliche Arbeitsschritte auszuführen, um einen Zugriff fremder Programme auf die gesperrten Speicherbereiche zu verhindern.

reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH