Montag, 25. Juli 2016

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Deutschland setzt Standards für Industrie 4.0 So kommunizieren Maschinen künftig

Digitalisierung: Wer den Standard für die Kommunikation unter Maschinen bestimmt, hat Wettbewerbsvorteile

Ein für 2020 geschätztes Umsatzpotenzial von weltweit 1,8 Billionen Dollar - um einen solchen Markt lohnt es sich schon einmal zu kämpfen. So rangelten in den vergangenen 15 Monaten die US-IT-Riesen heftig mit den Automatisierungsexperten des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Es ging darum, wer das Sagen hat im Geschäft mit dem sogenannten Internet der Dinge - Maschinen lernen zu denken und sich übers Web zu organisieren.

Wer den Standard für die Kommunikation von Maschinen, Materialien und Werkstücken untereinander bestimmt, hat klare Wettbewerbsvorteile beim Verkauf von Hard- und Software für die digitale Fabrik: Er muss seine Produkte nicht erst aufwendig anpassen.

Durchgesetzt hat sich der Vorschlag der deutschen Plattform Industrie 4.0. Das hochkarätig besetzte Gremium der Branchenverbände Bitkom, VDMA und ZVEI hat ein dreistufiges System entwickelt. Danach erfolgt die Verständigung innerhalb der Fabrik in einem geschützten und hochzuverlässigen Netzwerk. Nur was von der Software freigegeben wird, darf übers Web verschickt werden. Das System trägt den Namen Referenzarchitekturmodell RAMI 4.0. In Schriftform wurde es Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei der Hannover Messe 2015 feierlich überreicht. China hatte schon im Mai angekündigt, sich dem deutschen Vorbild anzuschließen.

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Im Sommer überzeugte es auch die Amerikaner. Zuvor hatte das von den internetfixierten US-Konzernen gegründete Industrial Internet Consortium (IIC) eine direkte Kommunikation per Web propagiert. Doch nun publizierte das IIC sein neues Konzept: Es entspricht ziemlich genau der Empfehlung der Deutschen.

Die Wende der Amerikaner hin zum komplizierten, aber sicheren deutschen System vollzog sich bereits während intensiver Gespräche auf der Hannover Messe. "So sind wir Ingenieure eben", kommentiert der Vorsitzende des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0, Siemens-Technologievorstand Siegfried Russwurm (52), die damaligen Debatten mit den IIC-Experten: "Was richtig und wahr ist, das setzt sich auch durch."

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