Montag, 18. Dezember 2017

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Sensoren am Hamburger Hafen Hamburg am fittesten für digitale Zukunft des Verkehrs

U-Bahnhof in Hamburg

Manch ein Autofahrer in Hamburg, der allmorgendlich im Stau steht, mag es kaum glauben. S-Bahnnutzer, die mal wieder stehend fahren, könnte ebenfalls staunen: Die Hansestadt ist bundesweit am besten für die digitale Zukunft des Verkehrs gerüstet. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers (PWC) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Überzeugt hat die Fachleute dabei nicht in erster Linie das, was den Verkehr in Hamburg bereits heute ausmacht. Gute Noten gibt es vielmehr für die Strategie, mit der die Verwaltung neuen Trends begegnet und dabei informationstechnologische Möglichkeiten einbezieht. In den meisten anderen Städten fehlt es an einer derartigen Planung, vor allem für die stärkere Nutzung von Sensoren.

"Hamburg wird zum digitalen Standort ausgebildet", loben die Experten. So verbessere die Stadt die bereits existierende intelligente Verkehrssteuerung mit Informations- und Kommunikationstechnologien.

Beispielhaft sei dafür das Gebiet des Hamburger Hafens. Sensoren erfassen dort den Verkehr. Eine Software wertet die Ergebnisse aus und ermöglicht eine optimierte Lenkung der Fahrzeuge. Die Fahrer selbst können ihre anhand der Informationen besser planen.

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Die Busbeschleunigung - ein Prestigeprojekt des Senats unter dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) - kommt bei PWC und DLR ebenfalls gut an. Busse sind mit Ampelsystemen vernetzt und bekommen dadurch schneller grün. Lob gibt es zudem für eine Buslinie, auf der die Hamburger Hochbahn verschiedene neue Antriebsarten testet. Ab 2020 sollen in Hamburg nur noch emissionsfreie Busse angeschafft werden.

Informationstechnologie soll in Hamburg zudem die Parkplatzsuche erleichtern und neue Mobilitätsdienste wie Carsharing ermöglichen. Die elf Leihfahrzeugstandorte mit dem Namen "Switch" zeigen, wie der öffentliche Nahverkehr schon heute mit individueller Fortbewegung verknüpft werden kann.

Auf Rang zwei der Liste landet Stuttgart. Die abgasgeplagte Heimatstadt von Daimler Börsen-Chart zeigen und Porsche Börsen-Chart zeigen punktet beim Thema Elektroautos und wartet unter anderem mit dem dichtesten Netz an Ladestationen auf.

Berlin kommt auf den dritten Platz. Die Hauptstadt nimmt das Thema Digitalisierung der Infrastruktur der Studie zufolge besonders ernst. München und Köln folgen knapp dahinter auf den Plätzen vier und fünf.

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