Mittwoch, 25. Mai 2016

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Groupon "Wir haben nicht das Image, das wir verdienen"

Schnäppchenjäger: Wo im Netz Rabatte locken
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Das Schnäppchenportal Groupon war eine Erfolgsgeschichte des Internets. Doch dem kometenhaften Aufstieg und Börsengang folgte ein harter Absturz. Europa-Chef Christopher Muhr über die Fehler der vergangenen Monate - und wie Groupon Vertrauen zurückgewinnen will.

mm: Herr Muhr, das Jahr 2012 war für Groupon ein echtes Katastrophenjahr. Ärger mit der Börsenaufsicht, Entlassungen, miese Presse, der Aktienkurs im Keller, der Chef gefeuert. Mittlerweile ziehen die Umsätze in den USA zwar wieder an. International hakt es aber noch immer. Woran liegt es, dass Sie international bislang auf keinen grünen Zweig gekommen sind?

Muhr: Wir zahlen in Europa noch den Preis dafür, dass wir vor zwei Jahren die Anlage nachhaltiger und erweiterbarer Strukturen vernachlässigt haben. Aber wir machen Fortschritte. Und ich bin auch zuversichtlich, dass sich das irgendwann in finanzieller Hinsicht zeigen wird.

mm: Das ist abstrakt. Geht es konkreter?

Muhr: Wir sind angesichts des Wachstums einfach nicht mitgekommen, hatten Defizite in der Technologie, zu wenig zentrale Prozesse - und in Deutschland auch noch das Problem, dass wir sehr eng besetzt waren und dann auch für andere Länder mitarbeiten mussten. Europa ist noch schneller gewachsen als die USA. Das heißt: Wir hatten noch weniger Zeit, die Welle an Business, die da reingeschlagen ist, irgendwie vernünftig zu managen.

mm: An Erfahrungen sind Sie mittlerweile reicher. Wie soll es jetzt weiter gehen?

Muhr: Wir wollen in Europa unsere "Smart-Deals"-Technologie zum Einsatz bringen, die wir in den USA schon haben - und die sich beim Umsatz dort auch schon bemerkbar macht. Unter anderem sollen die Deals, die die Leute von uns bekommen, sehr viel besser auf sie zugeschnitten werden - natürlich im Rahmen dessen, was der Datenschutz erlaubt. Auch auf der Partnerseite wollen wir mehr bieten - unter anderem auch unsere Regeln vereinheitlichen.

mm: Gerade da hat es massive Kritik gegeben. Glaubt man Presseberichten, haben ihre Rabattaktionen ja so manchen Anbieter an den Rand der Erschöpfung oder die Insolvenz getrieben. Haben Sie dadurch viele Kunden verloren? Wieviele haben Sie denn überhaupt in Deutschland?

Muhr: Die Zahl darf ich leider nicht preisgeben. Kunden verloren haben wir nicht. Und mittlerweile zieht auch in Europa die Nachfrage wieder an. Aber wir haben nicht das Image, das wir verdienen. Wir sind nicht perfekt. Aber wir arbeiten daran, uns zu verbessern. Wir versuchen, den Händlern dabei zu helfen, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die funktionieren und ihnen einen Return on Investment bringen.

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