Freitag, 30. September 2016

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Alibaba steigt bei Groupon ein Chinas Investoren im Schnäppchen-Wahn

Das Schnäppchenportal Groupon erregt das Interesse der chinesischen Handelsplattform Alibaba.

Die chinesische Internet-Handelskonzern Alibaba ist Großaktionär des Schnäppchen-Portals Groupon geworden. Alibaba hielt zum Ende vergangenen Jahres einen Anteil von etwas mehr als 5 Prozent, wie aus veröffentlichen Informationen bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Ein Groupon-Sprecher sagte dem Finanzdienst Bloomberg, der Rabattcoupon-Spezialist habe erst aus der Mitteilung von der Alibaba-Beteiligung erfahren.

Bei Groupon können Restaurants, Dienstleister und andere Geschäfte Rabatt-Coupons anbieten, um Kunden zu werben. Außerdem verkauft Groupon selbst Waren mit Preisabschlägen. Das Unternehmen wuchs in den ersten Jahren rasant, doch eine überhastete internationale Expansion sorgte dann für hohe Verluste.

Die Groupon-Aktie war am Freitag um 29 Prozent nach oben geschnellt, nachdem das Unternehmen mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. Mit einem Kurs von 2,89 Dollar liegt sie allerdings weiterhin tief unter dem Ausgabepreis von 20 Dollar beim Börsengang im Herbst 2011.

Das Interesse der Investoren an Schnäppchenportalen auch in China ist offenbar groß. So hatte der chinesische Groupon-Konkurrent Meituan-Dianping erst kürzlich bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde mehr als 3,3 Milliarden Dollar eingesammelt. Damit würde das Unternehmen, das im Oktober bei der Fusion der beiden Start-ups Meituan und Dianping entstand, nun mit mehr als 18 Milliarden Dollar bewertet. Und würde damit in der Bewertungs-Top-Liga kurz hinter Unternehmen wie Uber, Xiaomi, Airbnb and Palantir Technologies rangieren.

Auch in China sucht Alibaba den Kontakt zum stationären Handel

Alibaba war selbst Investor bei Meituan, hatte seinen Anteil an Meituan-Dianping aber mittlerweile verkauft. Der Konzern um Alibaba-Gründer Jack Ma setzt jetzt auf eine hauseigene Lösung, um von den Möglichkeiten des stationären Handels zu profitieren.

Dafür nimmt der Alibaba-Konzern einiges an Geld in die Hand. Koubei, so der Name des milliardenschweren Joint-Ventures mit dem gruppeneigenen Finanzdienstleister Ant-Financial (Alipay), das im Sommer an den Start ging, wurde von beiden zunächst mit umgerechnet einer Milliarde Dollar ausgestattet.

Um Konkurrenten hinter sich zu lassen und Marktanteile auszubauen, befinden sich derzeit viele Start-ups in China auf einer Investitionstour, die viel Geld verschlingt.

Die Investoren müssten sich nun gedulden, bis sie an die erhoffte Rendite kommen. Denn bei Meituan-Dianping stünde weder ein Börsengang noch ein Verkauf an, berichtete Reuters unter Berufung auf Insider. Aber erst dann zeigt sich, ob die hohe Bewertung im Vorfeld gerechtfertigt war.

rei, mihec mit Nachrichtenagenturen

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