Mittwoch, 27. Juli 2016

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Bioinformatik Google sucht Ursachen für Autismus

Der bekannteste Autist der Filmgeschichte: Dustin Hoffmann (links, neben Tom Cruise) in "Rain Man"

Es hilft dem Image, könnte aber auch ein großes Geschäft werden: Google setzt seine Cloud-Technik ein, um eine bessere Behandlung von Autisten zu ermöglichen. Nur die Cloud biete genug Speicherplatz, um möglichst viele menschliche Genome zu vergleichen.

Hamburg - Mit Cloud-Diensten unterstützt Google ein ambitioniertes medizinisches Forschungsprojekt. Gemeinsam mit Autism Speaks, einer US-amerikanischen Stiftung zur Forschungsförderung, sucht der Internetkonzern nach den Ursachen von Autismus.

Wie die Partner am Dienstag bekanntgegeben haben, wollen sie dazu die kompletten Erbinformationen von zehntausend autistischen Kindern und deren Verwandten speichern und auswerten. Am Ende der Arbeit sollen individualisierte Behandlungen für autistische Patienten stehen.

Das Projekt trifft einen Nerv der Zeit: Cloud-Dienste wie Dropbox und iCloud sind längst nicht mehr nur technische Spielereien zur dezentralen Speicherung von Filmen oder Musikdateien. Mittlerweile hängt auch der Erfolg medizinischer Großprojekte, etwa zu Krebs- oder Alzheimererkrankungen, immer stärker von der effizienten Verrechnung großer Datenmengen ab. "Die moderne Biologie ist zu einer von Daten limitierten Wissenschaft geworden", schreibt Google-Genomics-Direktor David Glazer in einer Mitteilung. "Der moderne Einsatz von Computern kann diese Schranken entfernen."

Ein komplettes Genom fülle etwa 100 Gigabyte Speicherplatz, schreibt Autism-Speaks-Chefwissenschaftler Robert Ring in seinem Blog. Bereits zehn Genome überlasteten damit die Speicherkapazitäten eines normalen Computers. Nur über die Cloud sei ein effizienter Umgang mit den Daten möglich. Google soll aber nicht nur ein Speicherproblem lösen: Auch will das Team die Datenbank für Forscher aus aller Welt öffnen.

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