Donnerstag, 25. August 2016

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Warten auf Millionen von Haupteigner Pan Sutong Trotz Kahlschlags - chinesischer Investor hält Gigaset hin

Besuch des Pferderennens in Ascot: Seit diesem Jahr sponsert Gigaset die Rennbahn - auf Millionen für die Markenrechte ihres Haupteigners wartet die ehemalige Siemens-Tochter aber noch

Die Nachricht schlug in Bocholt ein wie eine Bombe. Der Schnurlos-Telefonhersteller Gigaset streicht fast die Hälfte seiner Jobs. Von den derzeit weltweit 1250 Stellen sollten bis Ende 2018 schrittweise etwa 550 wegfallen, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. Alleine in Bocholt sollen lokalen Medien zufolge alleine 300 der rund 1000 Jobs wegfallen.

Wieder einmal. Es ist nicht die erste Kündigungsrunde bei dem Telefonhersteller. Seit Jahren schon schreibt die einstige Siemens-Tochter, die 2008 an den Finanzinvestor Arques verkauft und später weitergegeben worden war, rote Zahlen. 2013 lag das Minus bei mehr als 34 Millionen Euro. 2014 waren es immerhin noch 16,6 Millionen Euro.

Und Besserung ist nur beschränkt in Sicht. Denn in Zeiten des Smartphones verzichten immer mehr Leute auf ein eigenes Festnetztelefon, was den Umsatz des Schnurlostelefonherstellers in den vergangenen Jahren hat stetig sinken lassen. Alleine im dritten Quartal schrumpfte der Markt laut Gigaset um 6,5 Prozent.

Zwar versuchte das Unternehmen, auf andere wachstumsversprechende Segmente auszuweichen. Doch bislang verdient Gigaset mit seinen Profi-Telefonanlagen und Smart-Home-Steuerungen noch viel zu wenig, um die Verluste aus dem Schnurlosgeschäft aufzufangen.

Haupteigner hält Gigaset hin - Warten auf 29 Millionen Euro

"Mit der aktuellen Kostenstruktur kann Gigaset im Schnurlosbereich einfach kein Geld verdienen", kommentiert Adrian Pehl vom Analysehaus Equinet das Grundproblem der einstigen Siemens-Tochter. Und der Ausbau der neuen Geschäftsfelder kostet.

Um langfristig zu überleben, will Gigaset sich nun gesundschrumpfen. Doch es gibt ein Problem: Eines, das mit Geld zu tun, genauer gesagt mit 29 Millionen Euro.

Die hatte Gigaset-Investor Pan Sutong, der 2013 mit seiner Goldin Gruppe bei dem angeschlagenen Telefonhersteller eingestiegen war und aktuell mehr als 75 Prozent an dem Schnurloshersteller hält, den Deutschen nämlich für die Nutzung von Markenrechten zugesichert.

Nur: das Geld, die erste Tranche für die Übertragung der Markenrechte, die laut Vertrag eigentlich am 30. September fällig gewesen wäre, ist bis heute nicht da. "Die 29 Millionen sind bislang nicht geflossen, bestätigte ein Gigaset-Sprecher manager-magazin.de. "Momentan laufen da noch Gespräche."

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