Samstag, 21. April 2018

Gemalto-Großaktionäre Werden Susanne Klatten und Stefan Quandt verkaufen?

Susanne Klatten, wird die BMW-Großaktionärin ihren Anteil an dem Chipkartenspezialisten Gemalto verkaufen? Zusammen mit ihrem Bruder …

Für die hart umworbene Gemalto lief es zuletzt nicht gut. Nach vier Gewinnwarnungen binnen 12 Monaten und einer verschobenen Strategie-Präsentation waren die Aktien Börsen-Chart zeigen des niederländischen Chipproduzenten und Spezialisten für Sicherheitssoftware um knapp 40 Prozent eingebrochen - der perfekte Kandidat für eine Übernahme, möchte man meinen.

Der französische IT-Dienstleister Atos jedenfalls buhlte wohl schon länger um Gemalto, machte dann aber zu Wochenbeginn sein 4,3 Milliarden Euro schweres Angebot öffentlich. Binnen Kürze schoss die Aktie hoch, pendelte sich dann bei 46 Euro ein - der Preis, den die Franzosen zahlen wollen. Durch die Fusion würde ein führendes Unternehmen bei Cyber-Sicherheit und digitalen Dienstleistungen entstehen, erklärte Atos.

... Stefan Quandt halten die beiden Milliardärsgeschwister etwa 10 Prozent an Gemalto

Gemalto bezeichnete das Angebot zunächst als unerbeten und will bis Freitag über die milliardenschwere Offerte entscheiden. Der Aufschlag von 42 Prozent erscheint im ersten Moment attraktiv, doch macht er mal gerade die Kursverluste dieses Jahres wett. Und: Gemalto zählt zwar zu den weltgrößten Herstellern von Chips für Smartphones und Kreditkarten, doch scheint hier das Wachstumsende erreicht. Analysten mäkeln zudem, Gemalto habe den Bereich Cybersicherheit nicht früh genug durch eigene Übernahmen gestärkt, berichtet die "FAZ".

Gut möglich, dass das Management von Gemalto zu pokern versucht. Jedenfalls hat das Unternehmen die nach eigenen Angaben Deutsche Bank und J.P.Morgan sowie die Anwaltskanzlei Allen & Overy LLP als Berater hinzugezogen. Doch wird es sicher auch seine größten Aktionäre befragen müssen.

Die deutschen Milliardärsgeschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt zählen dazu. Über ihre Investmentgesellschaften halten sie zusammen gut 10 Prozent von Gemalto. In einem knappen Statement, das der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, teilen die beiden Aktionäre mit, man werde das Atos-Angebot "mit Sorgfalt und Gelassenheit" untersuchen. Weiter heißt es: "Als bedeutende Aktionäre sind wir erfreut, dass auch andere die technologische Qualität von Gemalto erkennen."

Gemalto entstand 2006 aus der Fusion von Axalto (Niederlande) und Gemplus (Luxemburg) , an letzterer hielten die Quandts seit 1992 rund 18 Prozent. Mit dem Merger unter Gleichen halbierte sich der Anteil der Milliardärsfamilie an der neuen Gemalto.

rei

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH