Mittwoch, 27. Juli 2016

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Googles versteckte Mitarbeitersuche Was Sie googeln müssen, damit Google Ihnen einen Job anbietet

Google sucht Menschen mit Python-Erfahrung (Symbolbild)
AP/ The Orange County Register
Google sucht Menschen mit Python-Erfahrung (Symbolbild)

Eigentlich hatte Max Rosett bloß nach Funktionen der Programmiersprache Python gesucht. Gefunden hat er schließlich einen Job bei Google.

"Eines Morgens habe ich, während ich an einem Projekt arbeitete, "python lambda function list comprehension" bei Google eingetippt", beschreibt der Programmierer die Situation. Auf einmal seien die Suchergebnisse aufgeplatzt und hätten sich zurückgefaltet, um einen Kasten zu enthüllen, in dem stand:

"Du sprichst unsere Sprache. Lust auf eine Herausforderung?"

Er habe kurz gestutzt, dann aber definitiv Lust verspürt. Rosett begann so Googles verstecktes Foobar-Programm. Ein paar Monate später hat er es laut eigener Aussage erfolgreich abgeschlossen.

Rosett erwartete einen weißen Hasen

Immer wieder haben Programmierer schon von ihren Erfahrungen mit Foobar berichtet: Viele hielten die dort versteckten Informatik-Aufgaben allerdings eher für ein so genanntes Easter Egg, eine der vielen in Google-Diensten versteckten Spaß-Funktionen.

Auch Blogger Jacopo Notarstefano hat Foobar über Python-Suchen gefunden. Seine Daten habe er dort nicht eintragen wollen, schreibt der IT-Student auf seinem Blog: "Ich finde es immer furchtbar niedlich, wenn Google so tut, als wisse es meinen Namen oder meine Mail-Adresse nicht."

Auch Rosett glaubte zunächst an einen Spaß. Er habe die Aufforderung "Folge dem weißen Hasen" erwartet, schreibt er in Anlehnung an den Film "Matrix" über Googles erste Kontaktaufnahme. "Stattdessen erschien eine Programmieraufgabe auf dem Bildschirm." Er habe diese in 48 Stunden lösen müssen, aber nur "ein paar Stunden" dafür gebraucht. In den folgenden zwei Wochen habe er fünf weitere Rätsel gelöst.

"Rätsel machen Spaß. Sucht weiter."

Nach der sechsten Problemstellung habe Rosett schließlich seine Kontaktinformationen eintippen können - und wurde ein paar Tage später tatsächlich von einem Recruiter um seinen Lebenslauf gebeten. In Mountain View habe er anschließend einige weitere Aufgaben an einer Tafel lösen müssen. "In Googles Büros war ich zum ersten Mal zuversichtlich, dass ich nicht auf einen ausgefuchsten Scherz reingefallen bin."

Google selbst möchte nicht direkt bestätigen, dass es sich bei Foobar um ein Recruiting-Tool handelt - auf eine Anfrage der angesehenen Tech-Website Recode reagierte der IT-Konzern vielmehr selbst mit einem Rätsel. Als Antwort auf eine entsprechende Anfrage habe Googles Sprecher ihm dies geschickt, schreibt Journalist Mark Bergen:

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Die Übersetzung des Geschreibsels (Hex, nicht Python) lasse sich durchaus als Bestätigung verstehen: "Rätsel machen Spaß. Sucht weiter."

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