Dienstag, 17. Oktober 2017

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Fintech-Startup WB21 Weltbank ohne Banklizenz - die abenteuerliche Story des Fintech-Unternehmers Michael G.

Michael Gastauer: Der Fintech-Unternehmer sorgt mit märchenhaften Zahlen für Furore - und für Zweifel

Michael Gastauer weiß, was finanzstarke Investoren wünschen. Und er bedient es in Perfektion. Es ist ein handverlesenes Publikum, das der Fintech-Unternehmer am vergangenen Freitag ins Berliner Adlon geladen hat. Als Ehrengast des Deutschen mit einem Faible für edle Anzüge und Family Office in Monaco ist Hans Reckers geladen, seines Zeichens Staatssekretär des Landes Berlin und ehemaliges Vorstandsmitglied der Bundesbank. Geladen hat im Namen Gastauers ganz standesgemäß die Agentur Weber Shandwick.

Die Story, die Gastauer seinen Gästen präsentiert, hat ebenfalls das Zeug, für Furore zu sorgen. Mit etwas mehr als 22 Millionen Dollar Kapital, so Gastauer, habe er innerhalb von wenigen Monaten ein Fintech-Unternehmen aufgezogen, das inzwischen rund eine Million Kunden hat. 2,2 Milliarden US-Dollar, rechnet der Unternehmer vor, soll es mittlerweile wert sein.

Das Geschäftsmodell des erst vor rund einem Jahr gegründeten Unternehmens: Internationale Geldtransfers für Privatleute und Konzerne - billiger und schneller, als es klassische Banken anbieten. Und auch noch unkomplizierter. Das Anlegen eines Kontos bei "WB21.com", so der Name von Gastauers Baby, dauert dank digitaler Technik nur wenige Minuten.

Nun, so die gute Nachricht, die Gastauer seinen Kunden präsentiert, kommt die WB21 nach Berlin. Er will in der Bundeshauptstadt eine Filiale und auch gleich noch das Hauptquartier von WB21 einrichten und 50 Millionen Euro investieren. Rund 200 Leute, so Gastauer gegenüber manager-magazin online, sollen dort einen neuen Job finden. Ein Umzug, der durch den Brexit veranlasst wurde.

Es ist genau das, was man in Berlin und in Deutschland hören will. Das nach eigenen Angaben "am schnellsten wachsende Fintech-Unternehmen der Welt" kommt nach Deutschland - in die Start-up Hauptstadt Berlin. Mit einem CEO (Gastauer), den das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Forbes" mal eben als "Mogul" betitelte. Und über dessen Umzug sogar schon das "Wall Street Journal" berichtete.

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