Sonntag, 20. Mai 2018

Netzwerk will persönliche Kontakte stärken Facebook ändert Timeline-Regeln - Aktie fällt

Facebook-CEO Zuckerberg: "Ich ändere das Ziel für unsere Produkt-Teams."

Mehr Katzenvideos als harte Fakten? Facebook-Nutzer werden künftig vermehrt Beiträge von Freunden und Familie statt von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen zu sehen bekommen. Damit solle das weltgrößte Online-Netzwerk wieder stärker auf das ursprüngliche Ziel ausgerichtet werden, persönliche Verbindungen zu ermöglichen, schrieb Gründer und Chef Mark Zuckerberg in einem Facebook-Beitrag in der Nacht zum Freitag. Die Änderung gehe auf Wünsche von Nutzer zurück.

Verhaltene Kritik gab es zunächst von Medien-Schaffenden. An der Börse kam die Innovation zudem offenbar ebenfalls nicht gut an: Die Facebook-Aktie Börsen-Chart zeigen notierte am Freitag kurz nach dem Handelsstart an der Wall Street mit mehr als 4 Prozent im Minus.

Die Beiträge von Unternehmen und Medien sollen danach priorisiert werden, "ob sie zu bedeutungsvollen Interaktionen ermutigen". Mit anderen Worten sollen Inhalte, zu denen sich ein Nutzer und seine Freunde äußern, höher im Newsfeed platziert werden. Facebook will dabei mit Hilfe seiner Algorithmen versuchen, Voraussagen darüber zu treffen, über welche Beiträge sich die Nutzer austauschen wollen.

Beiträge von Medien-Seiten werden damit zwar grundsätzlich weiterhin den Weg in den Newsfeed finden - aber nur dann bevorzugt, wenn sich der Freundeskreis darüber austauscht.

Für viele Unternehmen und Medien dürften die Änderungen einen radikalen Einschnitt bedeuten. Facebook hatte in den vergangenen Jahren im Gegenteil versucht, verstärkt zur Plattform für Medieninhalte zu werden. Viele Medien und Marken setzen darauf, Menschen über Facebook zu erreichen - schließlich hat das Online-Netzwerk weltweit mehr als zwei Milliarden Mitglieder.

"Ich halte die Facebook-Maßnahme für problematisch", sagte der Sprecher des Deutsche Journalisten-Verbands (DJV) Hendrik Zörner der Deutschen Presse-Agentur. "Facebook ist als Kommunikationsmedium von hohem Stellenwert und hoher Bedeutung. Aber das eigene Kommunikationsspektrum auf den Gute-Laune-Bär zu reduzieren, geht an der Bedeutung von Facebook und der Kommunikation von Menschen schlechthin vorbei."

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