Dienstag, 12. Dezember 2017

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Marco Börries' Enfore startet mit Kampfpreisen Das deutsche Start-up, das die Welt erobern will - und es vielleicht sogar schafft

Marco Börries, als er noch für Yahoo in Aktion war.

Nach acht Jahren Entwicklungszeit greift der deutsche Seriengründer und Softwarepionier Marco Börries erneut an, mit einer Software- und Cloudplattform für Kleinunternehmen wie Restaurants, Einzelhändler oder Friseursalons. Das Portfolio aus "Business-Apps" reicht von der Abrechnung über ein Reservierungssystem bis hin zum Inventar- und Bestellmanagement. Die Softwareplattform ist kostenlos, allein für zusätzliche Dienste berechnet Enfore Gebühren. Für Kartenzahlungen werden etwa je Transaktion 3 Cent und zwischen 0,59 und 1,19 Prozent des Rechnungsbetrags fällig. Das manager magazin berichtet in seiner aktuellen Titelgeschichte exklusiv über Börries' Pläne, seine Investoren und die Details des Geschäftsmodells

Die Software kombiniert Börries mit einer Hardware, die ab Freitag zu Kampfpreisen auf den Markt kommt. Los geht es mit zwei Geräten: einer Tabletkasse mit integriertem Bondrucker und Barcodescanner (Dasher) zu 799 Euro und einem PayPad zum Bezahlen für 199 Euro. Optisch und von der Bedienung erinnern die Geräte an Apple-Systeme, auch wenn Enfore auf Googles Betriebssystem Android setzt.

Vertriebspartner Telekom: Telekom-Deal dient als Blaupause

Börries Ziel ist es, die Masse der weltweit 200 Millionen Kleinunternehmen und Gewerbetreibenden zu einer echten Digitalmacht zu vereinen und so ein

Gegengewicht zu den Tech-Giganten zu schaffen (Die mm-Titelgeschichte "Macht für die Massen" über Börries' Projekt lesen Sie hier; ab Freitag auch am Kiosk). Für seine Universalplattform kombiniert er die Geschäftsmodelle von Apple, Google und Amazon. Lars Hinrichs, der neben anderen prominenten Wagniskapitalgebern bei Enfore investiert ist, sieht darin "ein neues Betriebssystem für ein ganzes Wirtschaftssegment". Börries strebt einen Marktanteil von 60 Prozent an.

Seine Geräte lässt Börries, der seine erste Firma Star Division 1999 an die Silicon-Valley-Ikone Sun Microsystems verkauft hat und die dritte (Verdisoft) später an Yahoo, vom chinesischen Partner Hisense produzieren. Enfore arbeite ab dem ersten Gerät mit zweistelligen "Apple-Margen", sagt Börries.

Den Vertrieb organisiert Börries vor allem über Partner. Eine erste Kooperation hat er unlängst mit der Deutschen Telekom geschlossen. "Wir pushen das ordentlich in den Markt", sagt der Chef der Telekom-Geschäftskundensparte, Hagen Rickmann. So will Börries Millionen von Geräten in den Markt drücken. Die Parallelen zu Apples Vertriebsmodell sind unübersehbar. Der Telekom-Deal dient als Blaupause, weitere solcher großer Kooperationen sind bereits in Vorbereitung.

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