Mittwoch, 29. Juni 2016

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Trend im Silicon Valley Digital Detox - Entziehungskur vom Smartphone

Analoges Erwachungserlebnis für Erwachsene: Teilnehmer des digitalen Entziehungs-Ferienlagers Camp Grounded
Fertl / Vimeo
Analoges Erwachungserlebnis für Erwachsene: Teilnehmer des digitalen Entziehungs-Ferienlagers Camp Grounded

Keine Mail, kein Smartphone, kein Twitter - immer mehr Berufstätige wollen der digitalen Reizüberflutung entkommen. Im Silicon Valley liegen "Digital-Detox"-Feriencamps für Erwachsene im Trend. Das Geschäftsmodell wächst.

San Franciso/Hamburg - Auf was sich die Ferienlagerbesucher eingelassen haben, wird ihnen spätestens am Eingang wirklich klar. Wer beim "Camp Grounded" im Pfadfinderlager Camp Navarro zweieinhalb Stunden von San Franciso eincheckt, muss gleich zu Beginn das abgeben, was für viele im Silicon Valley zum scheinbar unverzichtbaren Bestandteil des Lebens geworden ist.

Smartphones, Digitalkameras, auch Tablets und iPad werden von Camp-Mitarbeitern eingesammelt, ordentlich beschriftet, versiegelt und in einem "Dekontaminationsraum" aufbewahrt. Die Geräte sind während des Aufenthalts im Camp tabu. Ebenso wie Gespräche über Arbeit, Alkohol, Drogen, Vornamen oder Altersangaben - schließlich sollen die Besucher im Ferienlager nicht nur digital entgiften. Und wer einmal das Camp verlässt, der kommt nicht wieder rein.

570 Dollar kostet der viertägige Aufenthalt, während dessen die Teilnehmer ihr analoges Ich wiederentdecken sollen. Geschlafen wird in Zelten - Männer und Frauen getrennt. Jeder Teilnehmer - viele davon Angestellte bei Firmen wie Google Börsen-Chart zeigen , Facebook Börsen-Chart zeigen oder Microsoft Börsen-Chart zeigen - bekommt einen Phantasienamen.

Camp Grounded - Summer Camp For Adults
Die Angebote zum Zeitvertreib reichen von Yoga über Tanzen, Backen, Bogenschießen bis hin zu Gruppenspielen mit Verkleidung und Schminken. Wer will, kann auch nackt baden gehen, am Lagerfeuer oder in einem rund um die Uhr offenen Tee-Zelt sitzen oder unbekleidet in organisierten Gruppen über seine körperlichen Makel und deren Folgen reflektieren.

Das Camp, 2013 gestartet, hat mittlerweile Hunderte Besucher. Wegen der großen Nachfrage wurde es dieses Jahr auf drei Termine aufgeteilt. Unter den Teilnehmern seien nicht mehr nur Angestellte der großen Technologiekonzerne, wie Camp-Betreiber Levi Felix betont. Auch Studenten und Pensionäre seien mittlerweile mit von der Partie. "Heutzutage ist jeder ein Techie", sagt er.

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