Freitag, 26. August 2016

Neuer Konzern soll Diebold Nixdorf heißen Diebold und Wincor Nixdorf einig über Fusion

Geldautomat von Wincor Nixdorf: Fusion laut Insidern "eine Frage von Tagen"

Der Paderborner Geldautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf steht Insidern zufolge kurz vor der Übernahme durch den US-Rivalen Diebold. Die Nummer drei und die Nummer zwei der Branche seien sich einig über eine Fusion, mit der sie zum Branchenführer NCR aufschließen könnten, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende. Es sei "allenfalls noch eine Frage von Tagen", bis Diebold ein offizielles Übernahmeangebot vorlegen werde.

Diebold hatte Wincor schon im September einen Kaufpreis von mehr als 1,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Inzwischen sei auch klar, dass rund vier Fünftel davon in bar gezahlt würden, der Rest in Diebold-Aktien, sagten die Insider. Diebold hatte Wincor damals mit 52,50 Euro je Aktie bewertet. Nachdem die Diebold-Aktie seither stärker gestiegen ist als das Wincor-Papier, könnte für die Wincor-Anteilseigner unter dem Strich sogar mehr herausspringen, wenn sie ihre Aktien tauschen, sagte einer der Insider.

Als die konkreten Pläne am Freitagabend aufkamen, schnellte die Diebold-Aktie in New York um 3,5 Prozent nach oben. Die im Nebenwerteindex MDax notierten Wincor-Papiere legten im Späthandel mehr als drei Prozent auf 47,70 Euro zu.

Das fusionierte Unternehmen soll den Plänen zufolge den Namen Diebold Nixdorf tragen und in den USA angesiedelt sein, sagte einer der Insider. Bei den Rechten am Namen Nixdorf habe aber noch der ehemalige Wincor-Eigentümer Siemens ein Wort mitzureden.

Wincor-Vorstandschef Eckard Heidloff, der sich lange gegen den Verkauf gesträubt hatte, soll auch in der neuen Struktur eine operative Funktion übernehmen - welche genau, war zunächst offen. "Gut Ding will Weile haben", hatte Heidloff noch vor knapp zwei Wochen die Fusionseuphorie gebremst. Die laufende Sanierung zeige, dass Wincor auch alleine überleben könne. Auch Aufsichtsratschef Alexander Dibelius, der ehemalige Deutschland-Chef von Goldman Sachs, soll im fusionierten Konzern eine Rolle spielen, wie zwei Insider sagten. Diebold und Wincor wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

Die Geldautomaten-Branche steht vor einem Umbruch. In Ländern wie den USA oder Schweden spielt Bargeld eine immer geringere Rolle, so dass sich die Hersteller nach anderen Erlösquellen, etwa als Software- und Dienstleistungs-Anbieter umsehen müssen. Auch Wincor leidet unter den Sparmaßnahmen der Banken und der Investitionszurückhaltung der Händler. Im Geschäftsjahr 2014/15 (Ende September) blieben bei Wincor netto nur acht (Vorjahr: 104) Millionen Gewinn hängen. Die Dividende wurde gestrichen. Bei NCR war kürzlich der US-Finanzinvestor Blackstone für 820 Millionen Dollar eingestiegen und hatte sich damit einen Anteil von mehr als 15 Prozent gesichert.


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ts/Reuters

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