Sonntag, 19. November 2017

T-Mobile und Sprint beenden Fusionsgespräche Deutsche Telekom scheitert mit US-Expansion

T-Mobile-Laden in Manhattan, New York

Die teilstaatliche Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen hat ein historisches Projekt gestoppt: Nach monatelangen Verhandlungen sind die Fusionsgespräche zwischen der Telekom-Tochter T-Mobile US und dem Rivalen Sprint aus dem Reich des japanischen Milliardärs Masayoshi Son gescheitert. Die Unternehmen erklärten ihre Bemühungen am Samstag in einer gemeinsamen Mitteilung für beendet. Ein Zusammenschluss hätte zwar durchaus seinen Reiz gehabt, man habe sich aber nicht auf die Bedingungen dafür einigen können, heißt es darin.

Wochenlang hatten Spekulationen um eine Fusion der beiden US-Branchenschwergewichte die Finanzmärkte bewegt. Ein Zusammenschluss hätte gewaltige Dimensionen gehabt: T-Mobile ist der drittgrößte US-Mobilfunker und war an der Börse zuletzt fast 50 Milliarden Dollar wert. Sprint ist die Nummer vier im Markt und bringt es auf einen Börsenwert von mehr als 26 Milliarden Dollar.

Laut übereinstimmenden Medienberichten waren die Verhandlungen zuletzt ins Stocken geraten. Ein Grund soll gewesen sein, dass sich die japanische Sprint-Mutter Softbank bei den Eigentümerverhältnissen der fusionierten Gesellschaft nicht mit der Rolle des Juniorpartners abfinden wollte. Die Unternehmen machten zum Scheitern der Verhandlungen zunächst keine näheren Angaben.

Sprint und T-Mobile hatten bereits 2014 einen Fusionsversuch unternommen, der an Einwänden der US-Kartellbehörden gescheitert war. Damals hätte Sprint die Kontrollmehrheit und damit das Sagen bei der fusionierten Gesellschaft haben sollen. Seitdem haben sich die Kräfteverhältnisse jedoch verschoben: T-Mobile wuchs unter der Leitung des Starmanagers John Legere deutlich stärker und hat Sprint nach Marktanteil und Börsenwert überholt.

Im Bonner Telekom-Konzern, der zu 32 Prozent dem Bund gehört, hat sich die US-Tochter in den letzten Jahren von einem teuren Sorgenkind, in dessen Expansion viel Geld gesteckt wurde, zu einem wichtigen Umsatztreiber entwickelt. Trotzdem sind die Platzhirsche Verizon und AT&T deutlich größere, deshalb wäre ein Zusammengehen mit dem ins Hintertreffen geratenen Wettbewerber Sprint für T-Mobile durchaus attraktiv gewesen.

Spiegel Online, soc

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