Mittwoch, 25. Mai 2016

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Deutsche Telekom Telekom-Chef Höttges bricht mit Innovationsstrategie des Vorgängers

Tim Höttges nimmt Abschied von der Strategie seines Vorgängers René Obermann

Die Deutsche Telekom will keine eigenen Erfindungen mehr wie "Musicload" und "Joyn" vorantreiben. Bei der Restrukturierung der Innovationsabteilung werden mehrere Hundert Stellen wegfallen.

Hamburg - Nach der Geschäftskundensparte T-Systems und der Zentrale stellt die Deutsche Telekom jetzt auch ihre Innovationsabteilung neu auf. Dem Umbau fallen mehrere hundert Stellen zum Opfer. Das bisherige Ziel, neue Produkte für den Endverbraucher wie den Musikdienst Musicload oder den Branchen-Messengerdienst Joyn zu erfinden, wird damit aufgegeben. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 19. September) und beruft sich dabei auf Unternehmenskenner.

Demnach will Telekom-Chef Timotheus Höttges, dass sich die hauseigene Produkt- und Innovationsabteilung in Zukunft nur noch auf netztechnikaffine eigene Erfindungen wie etwa Router konzentriert. Das soll Höttges' neue Strategie unterstützen, die besten Netze in Europa zu errichten. Eine Telekom-Sprecherin bestätigte Umstrukturierungspläne, wollte sich weiter aber nicht dazu äußern. Nach Informationen des manager magazins soll das Programm noch heute intern verkündet werden.

Partnerschaften haben im Endverbrauchergeschäft künftig den Vorrang

Für künftige neue Dienste im Endverbrauchergeschäft will Höttges dagegen ausschließlich Partnerschaften eingehen wie heute bereits mit dem Musikstreaming-Dienst Spotify. Dafür wird die Innovationsorganisation jetzt kräftig umgebaut: Das Thema Partnering wandert ganz zur Innovationsabteilung, ebenso das Arbeiten am Zukunftsgeschäft mit der "Vernetzten Welt", das davor vor allem bei T-Systems angedockt war. Das Online-TV dagegen wird in die Deutschland-Organisation ausgelagert, um auch doppelt besetzte Stellen über Ländergrenzen hinweg zu kürzen, schreibt das Hamburger Wirtschaftsmagazin weiter.

Der Umbau ist auch ein Abschied von der Strategie des Vorgängers René Obermann. Der hatte das Ziel ausgegeben, bis 2015 rund 30 Milliarden Euro mit neuen digitalen Angeboten zu erwirtschaften. Davon ist die Telekom aber weit entfernt, dafür gab es so manche teure Pleite wie den bereits wieder eingestellten digitalen Kiosk Pageplace.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Oktober-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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