Samstag, 30. Juli 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Telekom erhöht Dividende Diesem Mann hat Finanzminister Schäuble viel zu verdanken

John Legere: Der Chef der Telekom-Tochter in den USA hat das Unternehmen zur Wachstumslokomotive der Deutschen Telekom gemacht

Die Telekom erhöht dank eines boomenden US-Geschäfts die Dividende. Darüber freut sich vor allem der Bund als Großaktionär, konkret der Finanzminister. Die Telekom setzt weiter auf starke Impulse aus den USA.

Die Deutsche Telekom zahlt ihren Aktionären wegen der Geschäftserfolge der boomenden amerikanischen Tochter T-Mobile US eine höhere Dividende. Für 2015 soll eine Gewinnbeteiligung von 55 Cent je Aktie ausgeschüttet werden nach 50 Cent im Jahr zuvor, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Das freut vor allem den Bund, der mit 32 Prozent größter Aktionär des früheren Staatsunternehmens ist. Die Dividendenerhöhung ist ein Erfolg für den vor gut zwei Jahren angetretenen Vorstandschef Tim Höttges. "Die Deutsche Telekom ist auf beiden Seiten des Atlantiks außerordentlich erfolgreich", sagte der 53-jährige.

Höttges setzte vor allem auf den Ausbau des lange Zeit schwächelnden US-Geschäfts und der Mobilfunk- und Datennetze in Europa. Der Kurs zahlt sich nun aus: Die Telekom wächst so schnell wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr.

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 11 Prozent auf 69 Milliarden Euro und der Betriebsgewinn um 13 Prozent 20 Milliarden Euro. Auch unter dem Strich verdiente der größte europäische Telekom-Konzern mehr Geld: Der Überschuss kletterte um 11 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Mehr Investitionen für Netzausbau in Europa und den USA

Die Telekom setzt in diesem Jahr weiter auf starke Impulse aus den USA. Das boomende Mobilfunkgeschäft von T-Mobile US soll auch dem Gesamtkonzern in diesem Jahr zu Wachstum bei Umsatz und Gewinn verhelfen.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll auf vergleichbarer Basis auf 21,2 Milliarden Euro klettern. Dabei sind konstante Wechselkurse und die am Ende des Jahres bestehende Konzernstruktur unterstellt.

In den nächsten Jahren sollen die Ausschüttungen wie bekannt entsprechend dem Anstieg des Free Cash Flow wachsen das ist der freie Barmittelzufluss vor Ausgaben für Dividenden und Mobilfunklizenzen. Für dieses Jahr erwartet die Telekom eine Steigerung des Free Cash Flow um 8 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis solle 2016 bei konstanten Wechselkursen 21,2 Milliarden Euro erreichen.

Die Gewinnprognose wäre noch höher ausgefallen, doch entschied sich die Telekom, die Investitionen um 14 Prozent auf elf Milliarden Euro nach oben zu schrauben. Mit dem Geld sollen in erster Linie die Netze in Deutschland und in den USA aufgerüstet werden.

T-Mobile US ist die Wachstumslokomotive der Deutschen Telekom

In Amerika geht es den Deutschen vor allem darum, die Datengeschwindigkeiten zu erhöhen. T-Mobile US hat sich nach Milliarden-Investitionen zur Wachstumslokomotive der Bonner entwickelt. Dank eines massiven Kundenwachstums schoss der operative Gewinn von T-Mobile US voriges Jahr um 55 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro in die Höhe.

Übersicht: Die Dividenden-Könige im Dax

rei/Reuters/dpa

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH