Freitag, 23. Februar 2018

Deutschland-Chef von Unicredit Theodor Weimer ist Top-Kandidat für Spitze der Deutschen Börse

Kann was bewegen: Theodor Weimer, hier in seiner Eigenschaft als Vertreter des Champions-League-Sponsors Unicredit mit Fußballgröße Luis Figo.

Einer der prominentesten deutschen Banker prüft den Wechsel auf den Chefposten der Deutschen Börse. Das berichtet das manager magazin in seiner Dezember-Ausgabe, die am Freitag erscheint. Theodor Weimer, derzeit Chef der deutschen Unicredit, habe entsprechendes Interesse von Aufsichtsratschef Joachim Faber grundsätzlich positiv aufgenommen. Es gebe "aussichtsreiche Kontakte", sagt eine eingeweihte Person.

Der 57-Jährige Weimer führt die ehemalige Hypo-Vereinsbank seit gut acht Jahren erfolgreich und ist zudem Mitglied im 17-köpfigen operativen Führungsgremium von Unicredit. Obwohl die deutsche Tochter der wichtigste Gewinnlieferant ist, hatte Unicredit-CEO Jean Pierre Mustier Weimers Bestreben der Münchener nach mehr Eigenständigkeit zuletzt gebremst.

Sollte Weimer, dessen Familie in Wiesbaden lebt, an die Spitze der Deutschen Börse wechseln, würde er damit ein akutes Problem des Aufsichtsratschefs Faber lösen. Der steht unter scharfer Kritik, weil er trotz wachsenden Unbehagens seitens der Aufsichtsbehörden an seinem CEO Carsten Kengeter festhielt. Erst kürzlich gab Kengeter seinen Rücktritt zum Ende des Jahres bekannt.

Weimer hatte wie auch Kengeter prägende Jahre seiner Karriere bei der US-Investmentbank Goldman Sachs verbracht und war vor seinem Wechsel zur Unicredit eine der prägenden Figuren in der Frankfurter Büro. Aus dieser Zeit kennt er etwa auch Multiaufsichtsrat Paul Achleitner, der zuvor Deutschland-Chef von Goldman Sachs war, mit Deutsche-Börse-Aufsichtsrat Faber befreundet ist und gemeinsam mit Faber in München eine Bürogemeinschaft betreibt.

Außer mit Weimer führt Faber allerdings auch noch Gespräche mit weiteren Kandidaten. In dieser Woche trifft sich Nominierungskomitee des Aufsichtsrats, um über die Personalie zu beraten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Keiner der Beteiligten wollte die Informationen kommentieren.

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