Freitag, 30. September 2016

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Details zu Fusionsplan mit LSE Deutsche Börse soll britisches Unternehmen werden

Bitte recht freundlich: Bullen-Skulptur vor der Börse in Frankfurt.

Die von Deutsche Börse und London Stock Exchange (LSE) geplante europäische Mega-Börse soll ihren Sitz in London haben und eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (publicly listed company - plc) sein. Das teilten die beiden fusionswilligen Firmen am Freitag mit. Hauptsitze der Firma sollen London und Frankfurt sein. In beiden Städten soll das Unternehmen auch an der Börse gelistet sein.

Geführt werden soll der Konzern von Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter, wie manager-magazin.de bereits am Dienstag berichtet hatte. LSE-Vorstandschef Xavier Rolet will zurücktreten, sobald die Transaktion vollzogen wird. Chef des Aufsichtsgremiums (chairman of the board) soll Donald Brydon werden, der diese

Aufgabe aktuell auch bei der LSE bekleidet. Der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Ex-Allianz-Vorstand Joachim Faber, soll sein Vize werden, zudem soll das Board zur gleichen Anzahl aus Vertretern der LSE und der Deutschen Börse bestehen. Der Chairman hat in britischen Unternehmen mehr Einfluss als der Aufsichtsratschef deutscher Aktiengesellschaften.

Das Personaltableau ist ein weiterer Beleg dafür, wie sehr Kengeter die Fusion als Zusammenschluss gleichberechtigter Partner aussehen lassen möchte. Frühere Anläufe der Deutsche Börse waren unter anderem deswegen gescheitert, weil die Londoner dies jeweils als feindliche Übernahme bewerteten. In der Pressemitteilung vom Freitag kündigten Deutsche Börse und LSE nun auch an, die geplanten Einsparungen gleichmäßig auf beide Unternehmen zu verteilen.

Beide Unternehmen setzten darauf, dass die bestehenden regulatorischen und politischen Strukturen der EU in Kraft bleiben. "Die Parteien wissen, dass

eine Entscheidung der Wählerschaft von Großbritannien über das Verlassen der Europäischen Union ein Risiko für das Projekt darstellt", erklärten sie. Sie hätten deshalb einen Referendumsausschuss gebildet. Er soll prüfen, welche Auswirkungen ein "Brexit" hätte und Empfehlungen erarbeiten, wie die Unternehmen darauf reagieren könnten.

Reuters, soc

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