Montag, 26. September 2016

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Rückschlag für Fusionsplan mit London Stock Exchange Cheflobbyist schmeißt bei Deutscher Börse hin

Abschied von Frank Klaas (Foto): Deutsche-Börse-Vorstandschef Carsten Kengeter braucht mitten im LSE-Poker jetzt einen neuen Chefpolitiker
Deutsche Börse
Abschied von Frank Klaas (Foto): Deutsche-Börse-Vorstandschef Carsten Kengeter braucht mitten im LSE-Poker jetzt einen neuen Chefpolitiker

Die Deutsche Börse muss mitten in ihren Gesprächen zur umstrittenen Fusion mit der London Stock Exchange einen Rückschlag hinnehmen. Ihr politischer Cheflobbyist Frank Klaas, 57, wird den Dax-Konzern zum Monatsende verlassen. Entsprechende Informationen von manager-magazin.de bestätigte ein Sprecher.

Der Ausstieg Klaas' erschwert die Erfolgschancen der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen an einer wichtigen Front: Damit die von Vorstandschef Carsten Kengeter vehement

betriebene Fusion mit dem Londoner Pendant klappt, müssen die hessische Aufsichtsbehörde sowie das Bundesfinanzministerium ihr Plazet geben. Zu den entscheidenden Bürokraten in beiden Häusern hielt Klaas in seiner offiziellen Funktion als Verantwortlicher für "Global Public Affairs" die engsten Kontakte. Dort gibt es jeweils Bedenken, dass Frankfurt im Zuge der Fusion zu viele Kompetenzen verliert. Klaas' Bedeutung im Konzern wird auch dadurch deutlich, dass er den Rang eines Managing Directors inne hat - also in der Hierarchiestufe unmittelbar unterhalb des erweiterten Vorstands steht.

Der Druck, die Politik von dem Fusionsvorhaben zu überzeugen, lastet nun noch stärker auf dem für die gesamte Kommunikation verantwortlichen Generalbevollmächtigten Matthias Fritton. Der Ex-Headhunter war erst Anfang März von der Personalberatung Egon Zehnder zur Deutschen Börse gestoßen, kennt Kengeter aber immerhin schon seit Jugendzeiten.

Fritton, Kengeter, aber auch der in der Politik nur mäßig vernetzte Aufsichtsratschef Joachim Faber lassen sich bei ihren Fusionsplänen umfangreich beraten. So soll der ehemalige Deutschlandchef der Unternehmensberatung McKinsey, Frank Mattern, die Argumente für den Zusammenschluss mit London so aufbereiten, dass auch die Politik zustimmt. Mit Kontakten zu Entscheidungsträgern und Politikern hilft unter anderem der langjährige Leiter des ZDF-Büros in Brüssel, Udo van Kampen, der inzwischen für die Kommunikationsberatung CNC arbeitet.


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