Freitag, 20. Oktober 2017

Rocket-Chef Samwer beruhigt Investoren Delivery Hero will 450 Millionen Euro an der Börse einsammeln

Niklas Östberg, Chef von Delivery Hero: "Führungsposition ausbauen"
Delivery Hero
Niklas Östberg, Chef von Delivery Hero: "Führungsposition ausbauen"

Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero will in den kommenden Monaten an die Börse. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit und bestätigte damit einen Bericht von manager magazin aus der Vorwoche. Dabei sollen neu ausgegebene Namensaktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bestehende Namensaktien zum Kauf angeboten werden.

Der für dieses Jahr geplante Gang an die Börse sei abhängig vom Marktumfeld. Angestrebt werde aus neu ausgegebenen Aktien ein Bruttoerlös von rund 450 Millionen Euro. Die Notierung soll am regulierten Markt in Frankfurt erfolgen. "Der Gang an die Börse wird uns ermöglichen, das Unternehmen weiterzuentwickeln und uns zusätzliches Kapital verschaffen, um unsere Führungsposition im Markt für Essensbestellung und -lieferung weiter auszubauen", erklärte Gründer und Unternehmenschef Niklas Östberg.

Zuletzt hatten sich bereits die Hinweise darauf verdichtet, dass es im Sommer soweit sein könnte. Das in mehr als 40 Ländern tätige Unternehmen war bis zuletzt stark gewachsen und hatte neue Investoren angezogen. Der Umsatz lag 2016 bei 347 Millionen Euro mit zuletzt über 6000 Mitarbeitern.

Zu den Anteilseignern von Delivery Hero gehört die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet mit Oliver Samwer an der Spitze. Für die Holding wäre ein erfolgreicher Börsengang einer Beteiligung wichtig. Delivery Hero ist ein Dickfisch im Portfolio. Zuletzt wurde über eine Bewertung von 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro spekuliert. Zum Unternehmen gehören in Deutschland die Dienste Lieferheld, Pizza.de und Foodora.

Rocket-Aktie legt nur leicht zu

Die Aktionäre des Berliner Start-up-Entwicklers Rocket Internet haben sich am Dienstag mit der Einordnung des geplanten Börsengangs der Beteiligung Delivery Hero schwer getan. Neben teilweisen Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt guten Lauf der Aktien verwies ein Börsianer auf noch unzureichende Details zum Gang aufs Parkett. Nachdem die im Kleinwerteindex SDax notierten Rocket-Anteile kurz nach der Eröffnung noch um 2 Prozent bis auf 21,90 Euro zugelegt hatten, pendelten sie anschließend zwischen Gewinnen und Verlusten.

Nach der im April eingesetzten Kurserholung der Rocket Internet Börsen-Chart zeigen -Papiere hatten Börsianer zunächst einen möglichen Börsengang der großen Beteiligungen als weiteren möglichen Treiber für die Aktien gesehen. So hatten sie sich seit ihrem Zwischentief im März bei 15,12 Euro um zeitweise bis zu knapp 47 Prozent verteuert. Gleichwohl war in Finanzkreisen der Börsengang von Delivery Hero schon länger erwartet worden. Zuletzt hatten sich bereits die Hinweise darauf verdichtet, dass es im Sommer soweit sein könnte.

la/dpa

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