Mittwoch, 25. Mai 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Internet der Dinge Bosch startet eigenen Cloud-Dienst

Die Vernetzung der Welt als Bosch-Strategie: Erster Schritt ist jetzt die Etablierung eines eigenen Cloud-Dienstes

Der Elektrokonzern und Autozulieferer Bosch tritt gegen IBM & Co. an - mit einem eigenen Cloud-Dienst. Das Ziel: Als Komplett-Anbieter die digitale Vernetzung vorantreiben.

Das Internet der Dinge wird unsere Zukunft bestimmen - da will auch Bosch mitmischen. Der Konzern tritt beim Prozess der Vernetzung des Alltags mit einem eigenen Cloud-Dienst gegen die Konkurrenz an. Der Service sei "das letzte Puzzleteil in unserer Softwarekompetenz", erklärte Konzernchef Volkmar Denner am Mittwoch in Berlin. Damit werde Bosch zu einem Komplett-Anbieter für Vernetzung und das sogenannte Internet der Dinge.

Bosch startet zunächst in Deutschland mit einem eigenen Rechenzentrum in der Nähe von Stuttgart. Es gebe einen klaren Plan für einen weltweiten Ausbau, betonte Denner ohne nähere Details. Auch zu den Investitionen in Rechenzentren macht Bosch keine Angaben.

"Die Vernetzung der Welt ist ein zentraler Kern der Bosch-Strategie", sagte Denner. Bei Cloud-Services werden Daten, Software und Dienste direkt aus dem Netz bereitgestellt. Der Elektrokonzern und Autozulieferer Bosch ist traditionell stark bei diversen Sensoren, die zum Beispiel Temperatur, Bewegung oder Druck registrieren. Der eigene Cloud-Service bringt den Konzern nun aber auch stärker in Wettbewerb zu digitalen Riesen wie IBM Börsen-Chart zeigen , Cisco , SAP Börsen-Chart zeigen oder Amazon Börsen-Chart zeigen .

Der Konzern sehe sich nicht im Nachteil zu solchen Wettbewerbern, die schon seit Jahren im Cloud-Geschäft unterwegs sind, betonte der Chef der Tochterfirma BoschSoftware Innovations, Rainer Kallenbach. Bosch nutze zu großen Teilen die gleichen Technologien.

Zentraler Ansatzpunkt Datensicherheit

Die Bosch-Cloud für das Internet der Dinge soll aus technischer Infrastruktur und einer Software-Plattform bestehen. Konkret sollen zunächst in einem Pilotprojekt in Stuttgart Parkplätze vernetzt werden. Damit würden dann auf einer Karte minutengenau freie Plätze angezeigt, erklärte Bosch. Lkw-Fahrer sollen sich über die Cloud Stellplätze auf Raststätten reservieren können.

Ein zentraler Ansatzpunkt für Bosch ist der Datenschutz, der nach strengen deutschen Vorgaben gehandhabt werden soll. Ein Smartphone erfasse heute auch Daten, aber man könne es ausmachen, sagte Denner. Bei vernetzter Technik würden Daten dagegen immer gesammelt: "Im Internet der Dinge kann man nichts abschalten." Deshalb werde der Datenschutz eine noch viel größere Bedeutung bekommen.

"Wir wollen die Kontrolle über die Sicherheit der Daten nicht aus der Hand geben", betonte Kallenbach. Bosch wolle zudem das entstehende Geschäft mit dem Internet der Dinge maßgeblich mitgestalten und dafür sei es nötig, auch selbst bei Cloud-Diensten aktiv zu sein. Unternehmen aus dem Silicon Valley machten gerade "aggressiv" vor, wie alte Geschäftsmodelle durch neue Dienste umgekrempelt würden. Experten rechnen für die nächsten Jahre mit vielen Milliarden vernetzten Geräten. Auf dieser Grundlage entstehen jetzt schon neue Geschäftsmodelle.

CeBIT 2016: Digitalisierung für alle

lb/dpa-afx

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH