Dienstag, 24. Oktober 2017

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Chipfabrik soll in Dresden entstehen Warum Bosch so viel wie nie in eine Fabrik investiert

Bosch-Beschäftigte in der Chipfabrik in Reutlingen. Jetzt will Bosch eine weitere Fabrik in Dresden bauen

Bosch baut für eine Milliarde Euro eine neue Chipfabrik in Dresden. 700 Jobs sollen dabei entstehen. Warum setzt Bosch auf gerade auf Dresden? Welche Risiken geht der Konzern ein? Welche Rolle spielen Steuergeschenke dabei? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mit einer Milliardeninvestition setzt der Technologiekonzern Bosch auf Dresden als Standort zur Chip-Produktion. Es ist die größte Investition der Firmengeschichte. Ein Überblick in Fragen und Antworten.

Was genau macht Bosch in Dresden?

Für eine Milliarde Euro will Bosch bis Ende 2019 ein Hightech-Werk bauen, dessen Produktion 2021 anfangen und das 700 Mitarbeiter haben soll. Es sollen zunächst Halbleiter - also Chips - gebaut werden, die vor allem in Autos eingesetzt werden, zum Beispiel für Airbags.

Später will der größte Autozulieferer der Welt in Dresden auch sogenannte mikroelektromechanische Systeme fertigen. Diese Sensoren erkennen etwa, ob ein Auto umzukippen droht oder ob ein Smartphone gedreht wird und sich die Display-Anzeige dadurch ändern muss. Sie werden auch in Industriemaschinen eingesetzt.

Solche Chips stellt Bosch als einer der weltweiten größten Anbieter bereits in einer Fabrik in Reutlingen her, aber in einer anderen Technologie.

Warum Bosch auf Dresden setzt

In Anlehnung an den US-Hightech-Standort Silicon Valley rühmt sich die sächsische Landeshauptstadt als "Silicon Saxony". Klingt etwas vermessen? Für die Chip-Branche ist das aber durchaus angebracht - in den vergangenen Jahrzehnten entstanden rund 60.000 Arbeitsplätze in Sachsens IT-Branche, Firmen wie Infineon und der vom Intel -Rivalen abgespaltene Chip-Auftragsfertiger Globalfoundries siedelten sich an.

Zudem gibt es wissenschaftliche Expertise, etwa an der Technischen Universität Dresden und dem Fraunhofer-Institut. Auch Bosch ist seit 2013 in der Elbmetropole vertreten, und zwar mit einem Entwicklungsabteilung für Chips. "Dresden ist ein anerkanntes Zentrum für Halbleitertechnik, das sich über Jahrzehnte bewährt hat", sagt Bosch-Geschäftsführer Dirk Hoheisel.

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