Sonntag, 19. November 2017

Alle Artikel und Hintergründe

Run auf Kryptowährungen Blockchain - so geht das bessere Bitcoin-Investment

Blick in einen Serverraum: Rechenkapazität ist Trumpf im Kampf um die Vorherrschaft in der Blockchain

Der Bitcoin-Preis steigt und steigt und zieht immer mehr Spekulanten in seinen Bann. Weniger Risiko und langfristig größere Chancen hat jedoch womöglich, wer in die Technologie dahinter investiert.

Bei einem Goldrausch sollten Anleger nicht in die Goldgräber investieren, sondern in Schaufeln. Diese Erkenntnis des Börsen-Altmeisters André Kostolany kann am Finanzmarkt immer wieder aufs Neue angewendet werden, in den unterschiedlichsten Umfeldern.

Aktuell bietet sich beispielsweise der Hype um die Kryptowährung Bitcoin an, der einem "Goldrausch" ziemlich nahe kommt: Der Preis des Bitcoin steigt seit Monaten mit immer höherer Geschwindigkeit. Zuletzt wurden beinahe im Tagesrhythmus die Marken von 5000, 6000 sowie 7000 Dollar je Bitcoin übersprungen. Zuletzt stieg der Kurs über 7500 Dollar und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die 8000 Dollar fallen.

Jeder Rausch geht allerdings vorüber, was für viele Besitzer des Bitcoins ein böses Erwachen mit sich bringen könnte. Nicht wenige Beobachter befürchten, dass sich bei der Kryptowährung derzeit eine gewaltige Spekulationsblase entwickelt, die letztlich platzen und für erhebliche Verluste sorgen wird.

Anleger, die dieses Risiko vermeiden und dennoch bei dem Trendthema mitmischen wollen, sind daher womöglich auch in diesem Fall besser beraten, nicht in die Goldgräber (sprich: Bitcoins), sondern in Schaufeln, also die Technologie, die dahinter steht, zu investieren.

Die Rede ist in diesem Fall vom sogenannten Blockchain-Konzept. Diese Technik liegt letztlich der Herstellung sämtlicher Kryptowährungen zugrunde. Sie kann aber auch in vielen anderen Bereichen des Wirtschaftslebens eingesetzt werden. Beobachtern zufolge ist das sogar der große Vorzug der Blockchain: Selbst, wenn die Bitcoin-Blase irgendwann platzen und der Hype um die Kryptowährungen womöglich wieder abebben sollte, kann sich die Blockchain vermutlich weiter erfolgreich durchsetzen.

Viele Einsatzmöglichkeiten für die Blockchain

Investoren, die dieses Szenario ebenfalls erwarten, sollten ihr Geld folglich schon jetzt lieber in Aktien von Firmen stecken, die ihr Geld im Bereich Blockchain verdienen, anstatt Bitcoins oder andere Digitalwährungen auf ihren sogenannten Wallets zu horten.

Zum Hintergrund: Eine Blockchain ist im Prinzip ein digitales Buchführungssystem, bei dem auf eine zentrale Instanz zur Kontrolle und Überwachung der Transaktionen und Einträge verzichtet wird. Stattdessen reichen die Akteure dezentral Datensätze weiter, die jeweils unveränderliche Elemente enthalten und fortschreiben. Diese Elemente sollen die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit des Systems auch über einen längeren Zeitablauf hinweg sicherstellen.

Im Falle von Kryptowährungen wie dem Bitcoin beispielsweise macht die Blockchain eine Notenbank als zentrale Instanz im Geldsystem obsolet. Das spart Kosten und entkoppelt die Währung zugleich weitgehend von der Möglichkeit staatlicher Kontrolle und Einflussnahme. Denkbar ist der Einsatz des Blockchain-Prinzips jedoch auch in vielen anderen Bereichen der Wirtschaft, wo er ebenfalls zu einer Steigerung der Effizienz führen kann und nach Ansicht einiger Fachleute wohl in Zukunft auch wird. Manch einer glaubt bereits, die Blockchain werde eines Tages das Internet, wie wir es heute kennen, komplett umkrempeln oder gar ersetzen.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH