Freitag, 1. Juli 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Apple gibt Gas iCar soll 2020 in Produktion gehen

Programm CarPlay: Mit dem Bau eines Autos würde Apple einen radikalen Kurswechsel einschlagen

Apple gibt Gas bei der Entwicklung seines selbstfahrenden Autos: Einem Bericht zufolge soll das iCar schon 2020 in Produktion gehen. Apple buhlt dafür so aggressiv um Entwickler, dass der Konzern eine Klage am Hals hat.

Cupertino - Apple Börsen-Chart zeigen könnte bereits in etwa fünf Jahren den Markt für Elektroautos aufmischen. Der iPhone-Konzern dränge sein Entwicklerteam, die Produktion schon 2020 zu starten, berichtete der Finanzdienst Bloomberg in der Nacht auf Freitag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Der Zeitrahmen zeige, dass Apple mit dem Projekt ehrgeizige Ziele verfolge - normalerweise liege die Entwicklungszeit für neue Fahrzeuge bei fünf bis sieben Jahren.

Die Klage eines Spezialisten für Elektroauto-Batterien hatte zuvor einen weiteren Hinweis auf Ambitionen von Apple im Fahrzeugmarkt geliefert. Der US-Hersteller A123 Systems wirft dem Technologie-Giganten aus dem Silicon Valley eine wettbewerbsschädliche Abwerbung von Top-Technikern vor und reichte deshalb Klage bei einem Bundesgericht in Massachusetts ein. Ziel von Apple sei es, in großem Stil eine eigene Akku-Sparte aufzubauen.

Erst kürzlich sagte ein Insider aus der Autoindustrie zu Reuters, dass nach Google Börsen-Chart zeigen auch Apple selbstfahrende E-Autos entwickeln wolle. Solche Pläne großer IT-Konzerne dürften die traditionellen Autobauer unter Druck setzen. Gilt doch der Elektro-Antrieb und die Vernetzung der Fahrzeuge als Zukunftsgeschäft in der Branche.

A123 ist ein Pionier bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus für große Geräte, auch für E-Autos. In der Klageschrift heißt es, dass die Abwerbung von Mitarbeitern im Juni 2014 begonnen habe. Die Techniker würden nach dem Wechsel zu Apple an ähnlichen, wenn nicht sogar identischen Projekten arbeiten. Dies sei ein Verstoß gegen ihre geltenden Verträge. Die Mitarbeiter seien so wichtig gewesen, dass das Unternehmen nun deren Projekte habe einstellen müssen.

A123 vermute zudem, dass Apple auch Techniker anderer Akku-Hersteller abwerben wolle, etwa von LG Chem und Samsung SDI aus Südkorea, Panasonic Börsen-Chart zeigen und Toshiba Börsen-Chart zeigen aus Japan oder von Johnson Controls Börsen-Chart zeigen aus den USA.

Weder A123 noch Apple oder die anderen genannten Unternehmen äußerten sich zunächst zu der Sache.

Mit dem Bau eines Autos würde Apple einen radikalen Kurswechsel einschlagen. Hat sich der kalifornische Konzern doch bislang im Wesentlichen auf sein Kerngeschäft mit Computern und mobilen Geräten konzentriert. Ob er tatsächlich ein Auto bauen oder in das Geschäft mit eigenständig fahrenden Wagen einsteigt, bleibt abzuwarten, wie der Brancheninsider jüngst sagte. Schließlich habe das Unternehmen schon häufiger Forschungsprojekte wieder eingestampft.

Allerdings bietet Apple bereits die Software CarPlay an, mit der Fahrer ihre iPhone-Adressbücher aufrufen, telefonieren oder ihren Anrufbeantworter abhören können, ohne dabei die Hände vom Steuer zu nehmen.

Apple wirbt auch Experten von Daimler

Das "Wall Street Journal" berichtete kürzlich, dass der Konzern Fachleute für Fahrzeug-Technik und -Design eingestellt habe, die nun in einer geheimen Anlage arbeiteten. Dort seien Hunderte Menschen beschäftigt. So sei der bisherige Chef der Entwicklungssparte von Mercedes-Benz im Silicon Valley, Johann Jungwirth, zu Apple gewechselt.

Daten des Karriere-Netzwerks LinkedIn zeigen, dass die Kalifornier zuletzt in erheblichem Maße Experten aus der Automobilbranche eingestellt haben. Darunter sind auch zahlreiche Ex-Mitarbeiter des amerikanischen E-Auto-Pioniers Tesla Börsen-Chart zeigen und Spezialisten für selbstfahrende Autos. Branchenkreisen zufolge spricht Apple auch mit dem Auftragsfertiger Magna Börsen-Chart zeigen, zu dessen Kunden Daimler Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen zählen.

Mit einem "iCar" würde Apple auch den deutschen Autobauern Konkurrenz machen, die selbst für die Zukunft auf E-Antrieb und Vernetzung setzen. Dabei bereitet den traditionellen Herstellern Sorge, dass sie ihren Vorteil einer lange bekannten Marke mit typischem Verbrennungsmotor und Design verlieren und Apple und Co. bei der Vernetzung auf viel mehr Know-how und vorhandene Strukturen zurückgreifen können.

Erst kürzlich warnte der Experte Dieter Becker von der Beratungsfirma KPMG, dass herkömmliche Autobauer ohne Anpassung an den Rand gedrängt werden könnten, da elektronische Dienste rund ums Auto immer wichtiger werden.

ts/Reuters/dpa-afx

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH