Sonntag, 19. November 2017

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Enthüllung zum Start des iPhone X Apple reagiert auf Steuerdruck der EU - und flieht nach Jersey

Neues vom Steuergestalter: Apple wird das iPhone X für mindestens 1149 Euro in Deutschland verkaufen - hält einen Steuersatz von mehr als 1 Prozent jedoch für unangemessen

Gerade noch beherrschten Bilder von Apple-Fans, die das neue iPhone X bejubeln, das Bild des Smartphone-Herstellers, da kommt wieder dieses andere, aus Sicht der Apple-Oberen leidige Thema auf: Apples Steuerpolitik und die geradezu manische Besessenheit des iPhone-Konzerns, seine Gewinne zu maximieren, die Steuern darauf jedoch zu minimieren und wenn möglich gegen Null zu fahren. Apple Börsen-Chart zeigen investiere inzwischen mehr Know-how in Konstruktionen zur Steuervermeidung als in die Weiterentwicklung seiner Geräte, heißt es von Kritikern des an der Börse wertvollsten Konzerns der Welt.

Anlass für die neue Welle der Kritik: Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, taucht der Name des Konzerns aus Cupertino in den sogenannten "Paradise Papers" auf. Apple habe demnach auf den Druck der EU, die seit 2016 massiv gegen das Steuerkonstrukt des Konzerns in Irland vorgeht, reagiert, heißt es in der Zeitung. Die Paradise Papers zeigten, was bislang nicht öffentlich gewesen sei: Apple habe den Sitz zweier wichtiger Firmentöchter inzwischen steuerlich auf die Kanalinsel Jersey verlegt. Der Steuersatz dort: 0 Prozent. Apple betont allerdings in einer Mitteilung, durch die Veränderung habe sich die Höhe der Steuerzahlungen des Konzerns in keinem Land geändert.

Hintergrund: Die sogenannten Paradise Papers sind ein Konvolut interner Datensätze von zwei Firmen der globalen Offshore-Industrie, nämlich der in Bermuda ansässigen Anwaltskanzlei Appleby sowie der Treuhandfirma Asiaciti mit Sitz in Singapur. Das Datenmaterial, dessen Inhalte in Deutschland maßgeblich von der "SZ" veröffentlicht werden, gibt Aufschluss über das Geschäfts- und Finanzgebaren zahlreicher prominenter Player der Weltwirtschaft - darunter eben auch Apple.

Apple sucht Offshore-Steueroasen: Je weniger Transparenz, desto besser

Der iPhone-Hersteller habe die Offshore-Experten schriftlich gebeten, eine neue Steueroase für seine Geschäfte zu suchen, so der Bericht. Es sollte ein Land sein, das wenig Transparenz und Steuern verlangt und in dem offenkundig keine Opposition diese Großzügigkeit gegenüber dem Unternehmen rückgängig machen könnte, wenn sie an die Regierung käme.

Wie die "SZ" am Dienstag berichtet, steht das Schreiben im Zusammenhang mit den Problemen, die Apple Börsen-Chart zeigen aufgrund seiner höchst umstrittenen Steuerpolitik seit inzwischen Jahren mit der Europäischen Union hat.

0,005 Prozent Steuern in der EU sind für Apple noch viel zu viel

Hintergrund: Apple gehört zu jenen international agierenden Konzernen, die extrem viel Geld und Know-how in eine möglichst steueroptimierte Konstruktion ihrer Konzernstruktur investieren. Als Unternehmen, die das ebenfalls tun, gelten beispielsweise Facebook Börsen-Chart zeigen oder der schwedische Möbelriese Ikea.

All diese Firmen haben eins gemeinsam: Sie machen Milliardenumsätze und Riesengewinne - zahlen aber dank ihrer Konzernstruktur und geschickt gewählter Firmensitze kaum Steuern. Apple zum Beispiel hat nicht von ungefähr jahrelang Irland als seinen Steuersitz in der EU gewählt, um die fälligen Steuern auf seine Gewinne zu drücken.

2014 beispielsweise betrug Apples Steuersatz in Irland nach Berechnungen der EU-Kommission lediglich 0,005 Prozent. Ein Umstand, der für die EU nicht akzeptabel ist: Die EU-Kommission geht seit einiger Zeit gegen Apple in die Offensive und hat Irland aufgefordert, insgesamt 13 Milliarden Euro von Apple als unzulässig erhaltene Beihilfe zurückzufordern. Irland hat daran naturgemäß kein Interesse - hat das Land doch jahrelang von seiner Steuerdumping-Politik zu Lasten seiner EU-Nachbarn profitiert.

Nun will die EU ihre Forderung gegenüber Irland sogar gerichtlich durchsetzen. Anfang Oktober kündigte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager an, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof zu bringen.

Anlass für Apple Börsen-Chart zeigen , die EU heftig zu kritisieren und zu diffamieren. Apple-Chef Tim Cook nannte die Forderung der EU "politischen Mist". Cooks alerter Finanzcef Luca Maestri assistierte: Was die Kommission mache, sei "eine Schande für europäische Bürger" erregte sich Maestri in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt".

Im Falle von US-Konzernen wie Apple oder auch Google Börsen-Chart zeigen sowie Microsoft Börsen-Chart zeigen kommt hinzu, dass sie ihre milliardenschweren Kassenbestände zum großen Teil tunlichst fern ihrer US-Heimat aufbewahren. Würden die Unternehmen das Geld in die USA transferieren, fielen ebenfalls hohe Steuerzahlungen darauf an.

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